Test: Fujifilm Instax Share SP-3

Der Partylöwe unter den Fotodruckern.

von Klaus Zellweger 26.07.2018

Die Sofortbild-Kameras und -Drucker gehören zu den wichtigsten Umsatztreibern von Fujifilm. Ganz offensichtlich widersteht auch die heutige Jugend nicht dem Charme der etwas verwaschenen Abzüge. Mehr noch: Der Fujifilm Instax Share SP-3 ist ein Knüller auf jeder Party, wenn Fotos aus dem Smartphone ausgedruckt werden. Und die älteren Semester ohne Smartphone freuen sich über einen Print erst recht.

Die Instax-Filme benötigen keine Filter, um nach Retro auszusehen, denn sie funktionieren genauso wie die Sofortbilder von anno dazumal: Ein Abzug wird belichtet, ausgespuckt und anschliessend durch die Chemie im Papier selbstständig entwickelt. Das alles geschieht natürlich unter den wachsamen Augen der Meute – denn die Faszination eines Bildes, das sich vor den Augen aller entwickelt, ist bis heute ungebrochen.

Alle lieben die kleinen Bildchen, die wie magisch aus dem Nichts erscheinen Alle lieben die kleinen Bildchen, die wie magisch aus dem Nichts erscheinen © PCtipp / ze

Quadratisch-authentisch

Das Besondere am neusten Fujifilm-Drucker ist sein quadratisches Bildformat mit einer Seitenlänge von 6,2 Zentimetern. Der ganze Abzug mit allen Rändern bringt es auf 8,6 × 7,2 Zentimeter und zeigt die Proportionen der legendären Polaroid-Kameras, einfach nur etwas kleiner.

Bis zum ersten Ausdruck vergehen etwa 10 Sekunden. Um anschliessend ein paar weitere Abzüge herzustellen, wird einfach die Taste «Reprint» am Gehäuse gedrückt. Ein Filmpack kostet etwa 14 Franken und liefert 10 Abzüge. Der aktuelle Füllstand wird durch dezente LEDs an der Vorderseite signalisiert – eine für jedes Blatt, das noch in der Kassette liegt.

Jede anständige Jackentasche reicht, um den Drucker zu transportieren Jede anständige Jackentasche reicht, um den Drucker zu transportieren © PCtipp / ze

Verbindung und App

Nachdem der Akku über USB geladen worden ist, gestaltet sich der Umgang mit dem Drucker erfrischend unkompliziert. Um das Smartphone zu verbinden, wird in den Einstellungen einfach das WLAN des Printers angewählt. Und damit keine Scherzkekse in der nahen Umgebung den Papiervorrat verheizen, wird für die Verbindung eine vierstellige PIN benötigt.

Der Drucker erzeugt ein eigenes WLAN, das mit einer PIN geschützt wird Der Drucker erzeugt ein eigenes WLAN, das mit einer PIN geschützt wird © PCtipp / ze

Die App für iOS und Android verspielt hingegen eine Menge Potenzial. Sie erledigt zwar zuverlässig ihre Aufgaben; allerdings ist die Oberfläche in keiner Weise optimiert und schwankt irgendwo zwischen altbacken und ganz-offensichtlich-lieblos. Jeder halbwegs talentierte App-Designer würde wohl aus dem Stand heraus etwas Hübscheres zustande bringen, inklusive der dazu passenden Retro-Anmutung. Aber wie gesagt: Die App tut, was von ihr erwartet wird.

Die App ist in Ordnung, auch wenn die Oberfläche nicht zu Stürmen der Begeisterung anregt Die App ist in Ordnung, auch wenn die Oberfläche nicht zu Stürmen der Begeisterung anregt © PCtipp / ze

Innerhalb der App wird auch die Firmware des Druckers aktualisiert. Es werden Fotos gefiltert, bearbeitet oder zugeschnitten, denn nicht jedes Bild war schon immer quadratisch. Fotos aus sozialen Plattformen wie Instagram lassen sich ebenfalls anzapfen, bedingen aber zuerst einen Wechsel zu einem «richtigen» WLAN.

Unterstützung für die X-Serie

Der Instax-Share-Printer lässt sich ausserdem direkt von den kompatiblen Fujifilm-Kameras der X-Serie füttern. (Diese Kameras waren bei uns schon häufiger zum Test vorgeladen, etwa die X100F, die X-T2 oder die brandneue X-H1.)
Die Verbindung funktionierte im Test auf Anhieb und ohne jede Reibung. Die Fotos werden natürlich quadratisch gedruckt. Deshalb kann es nicht schaden, bereits vor der Aufnahme das quadratische Seitenverhältnis für JPEG zu wählen; die RAW-Datei sparen Sie sich dann für die Optimierung am PC auf.

Die Verbindung zu einer Fujifilm-Kamera der X-Serie funktioniert tadellos Die Verbindung zu einer Fujifilm-Kamera der X-Serie funktioniert tadellos © PCtipp / ze

Trotzdem macht diese Verbindung nicht ganz glücklich. Fotos, die im Querformat aufgenommen wurden, werden um 90 Grad gedreht, sodass der breite Rand rechts ist; Fotos im Hochformat werden hingegen auf dem Kopf stehend ausgedruckt. Das sind zwar nur kleine kosmetische Probleme, aber sie schmälern ein wenig die Authentizität der Fotos.

Der breite Rahmen sollte unten sein Der breite Rahmen sollte unten sein © PCtipp / ze

Fazit

Die App wirkt also ein wenig verstaubt und Aufnahmen mit den X-Kameras werden unschön gedreht. Doch davon abgesehen, macht der Instax Share SP-3 einen Heidenspass. Die Qualität der Bilder sowie die Farben sind hervorragend und die Ergebnisse verfehlen ihre Wirkung nicht. Wenn Sie dem Thema «Sofortbild» zugetan sind, verdient der kleine Fujifilm-Drucker eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Fujifilm Instax Share SP-3

Positiv:
Bildwirkung, Anmutung, Anbindung an Kameras der X-Serie
Negativ:
Altbackene App, Drehung beim Druck ab X-Kameras
Details:
Thermodirektdruck über WLAN, integrierter Akku, effektives Bildformat 62 × 62 Millimeter, Gewicht 312 Gramm
Strassenpreis:
ca. Fr. 230.–, Filmpack mit 10 Fotos ca. Fr. 14.–
Info:
fuji.ch/de
PCtipp-Bewertung:
4.5 Sterne

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