Wozu dient «Scroll Lock» bzw. «Rollen»?

Haben Sie sich auch schon gefragt, wozu die Taste «Scroll Lock» bzw. «Rollen» auf PC-Tastaturen dient?

von Gaby Salvisberg 08.10.2019

Fast jede Tastatur hat sie, fast niemand benutzt sie: die Scroll-Lock-Taste Fast jede Tastatur hat sie, fast niemand benutzt sie: die Scroll-Lock-Taste © pctipp.ch

Seit Jahrzehnten befindet sich auf herkömmlichen Tastaturen diese rätselhafte Taste. Auf englischen und auch Schweizer Tastaturen heisst sie «Scroll Lock», auf deutschen Tastaturen ist sie oft mit «Rollen» angeschrieben.

Sie nagelt quasi die Eingabemarkierung (den Cursor) an Ort und Stelle fest. Beim Rollen/Scrollen per Pfeiltasten bewegt sich der Text – und nicht der Cursor. Es funktioniert heute nur noch in ganz wenigen Anwendungen.

Früher arbeitete man nicht per Maus, sondern alleine mit Tastenkombinationen und mit den Pfeil- sowie Page-down- und Page-up-Tasten. Durch Aktivieren von Scroll Lock liess sich über diese Tasten ein weiter unten enthaltener Teil oder das untere Ende eines Textes oder Programmcodes inspizieren, ohne den Cursor von der Stelle wegzubewegen, an dem er sich befand. 

Heute wird Scroll Lock praktisch nicht mehr verwendet, auch wenn es laut Wikipedia noch einzelne Programme gebe, die auf Scroll Lock angewiesen sind. Die meisten Nutzer wundern sich höchstens über merkwürdige Phänomene in ausgesuchten Programmen, wenn sie die Taste aus Versehen aktivieren.

In Excel zum Beispiel hat Scroll Lock heute noch den beschriebenen Effekt. Fahren Sie ohne Scroll Lock (sprich: im normalen Modus) per Pfeiltasten auf einem Tabellenblatt abwärts, wandert die Zellmarkierung abwärts. Die Tabelle bleibt stehen, bis Sie am unteren Rand ankommen; anschliessend rollt die Tabelle mit, damit Sie die Markierung weiterhin sehen können. Die Markierung bleibt im Bild.

Mit aktiviertem Scroll Lock hingegen verhält sich Excel beim Herunterscrollen per Pfeiltaste ganz anders: Die Markierung bleibt in der Zelle, die Sie ursprünglich angeklickt hatten – und die Tabelle rollt zusammen mit der feststehenden Markierung hoch oder runter. Das kann in Ausnahmefällen für den einen oder anderen Handgriff sogar nützlich sein – meistens ist es eher ärgerlich: Sie können dadurch nämlich die Zellmarkierung nicht mehr per Pfeiltasten verschieben, sondern müssen das per Maus tun.