Test: Logitech MX Master 3

Die nächste Generation von Logitechs Premium-Büromaus kommt mit einem neu gestalteten Körper und einem cleveren Magneten.

von Luca Diggelmann 04.09.2019

Das erste Mal seit dem Release der ursprünglichen MX Master verändert Logitech grössere Elemente an der Maus. Die MX Master 3 ist vorne ein wenig schmaler als ihre Vorgänger und verfügt über ein neues Scrollrad sowie eine bessere Trennung von Seitentasten und seitlichem Scrollrad. Aber der Reihe nach: Optisch ist die MX Master 3 noch klar als Nachfahre der ersten MX Master erkennbar. Die Maus ist noch immer ergonomisch geformt, mit einer breiten Daumenablage und einem hohen, sogar noch etwas höheren Rücken. Allerdings ist die Front schmaler geworden und verläuft neu schräg nach rechts, statt schaufelförmig. Das lässt die MX Master 3 insgesamt etwas schlanker erscheinen. Mit 141 Gramm ist die Maus aber dennoch eher ein Schwergewicht, besonders, wenn man sich sonst kabelgebundene Mäuse gewöhnt ist.

Die MX Master 3 ist ein wenig schmaler als ihre Vorgänger Die MX Master 3 ist ein wenig schmaler als ihre Vorgänger © Logitech

Neben dem Profil hat Logitech an diversen Orten auf Basis von Nutzerfeedback nachgebessert. Da wäre zum Beispiel das neue Seitenpanel. Die vorhergehenden MX-Master-Modelle platzierten den Vor- und Zurück-Knopf als Dreiecke übereinander. Das sah zwar toll aus, war aber nicht wirklich praktisch. Bei der MX Master 3 verbaut Logitech zwei simple längliche Tasten, voneinander getrennt und so leicht auch blind zu finden. Entsprechend musste das seitliche Scrollrad verschoben werden. Es thront neu direkt über den Seitentasten und ist ein gutes Stück länger. Das Rad ist zwar an sich besser, aber durch die neue Position auch schwieriger zu erreichen. Gleich hinter dem seitlichen Scrollrad befindet sich neu die Batterie-LED. Eine deutlich bessere Position als bei den bisherigen Modellen, bei denen die LED meistens vom Daumen verdeckt war. Zudem hat Logitech dem Gestenknopf einen kleinen Nippel verpasst, da viele Nutzer den Knopf bei den älteren Modellen schlicht nicht bemerkt haben. Mit diesem Daumenknopf lassen sich diverse Betriebssystem-Funktionen mittels Gesten steuern.

Die grösste technologische Neuerung bei der MX Master 3 betrifft aber das Scrollrad. Dieses wurde komplett überarbeitet, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht sofort sieht. Äusserlich bemerkt man hauptsächlich, dass die Rillen auf dem Rad nicht mehr gummiert, sondern aus dem gleichen Material wie das Rad selbst sind. Im Inneren hat Logitech aber ganze Arbeit geleistet. Das bisherige Scrollrad verwendete eine mechanische Konstruktion, welche bei langsamem Drehen für den Klick mit Widerstand sorgte. Ab einem gewissen Drehmoment wurde diese physische Konstruktion ausgehebelt. Bei der MX Master 3 verwendet Logitech ein magnetisches System. Dabei sind zwei Magnete an der Basis des Rades befestigt, welche die Zacken des Rades anziehen und somit Widerstand erzeugen. Per Knopfdruck, oder automatisch per Drehzahl, wird einer der Magnete umgepolt und der Widerstand verschwindet.

Das seitliche Scrollrad ist länger geworden und sitzt höher Das seitliche Scrollrad ist länger geworden und sitzt höher © Logitech

Das Resultat: Das Scrollrad der MX Master 3 ist nahezu lautlos. Sogar im klickenden Modus hört man nur sehr wenig vom Rad. Auch das Anhalten eines schnell drehenden Rades geschieht deutlich leiser als zuvor. Der Widerstand des Scrollrades ist dabei etwa gleich wie bei den bisherigen MX-Master-Modellen. Das heisst: eher schwach. Wer lieber schwergängige Mausräder wie das der G502 mag, wird die MX Master 3 etwas feinfühlig finden. Besonders, da das magnetische Klicken per se schon ein wenig feiner wirkt als die mechanische Konstruktion.

Auch sonst kann sich die MX Master 3 als Maus nicht viel ankreiden lassen. Sie trackt zuverlässig und präzise über praktisch jede Tischoberfläche und funktioniert sogar auf Glas. Die leicht kleineren Gleitpads fallen dabei nicht besonders auf. Durchhalten soll die MX Master 3 etwas über zwei Monate, und da die Maus per USB-C geladen wird, ist sie auch rasch wieder voll.

Auf der nächsten Seite: Software und Fazit

Software

Zusammen mit der Tastatur MX Keys und der Software Logitech Options will die MX Master 3 bekanntlich das Büro erobern. Die theoretische Grundlage dafür ist bereits gegeben, denn Logitech bietet eine wahre Fülle an Software-Funktionen zur MX Master 3 an.

Per Software lässt sich die MX Master 3 genau anpassen Per Software lässt sich die MX Master 3 genau anpassen © Screenshot / PCtipp

Da wäre zunächst Flow. Hiermit können Sie die MX Master 3 gleichzeitig an mehreren Rechnern verwenden. Sofern die Maus mit beiden Rechnern und mit der Software verbunden ist, können Sie einfach zwischen den beiden PCs hin und her fahren, als wären es zwei Bildschirme am gleichen Computer. Lediglich eine kleine Verzögerung beim Wechsel macht klar, dass hier der Rechner gewechselt wird. Mittels der Software können Sie sogar Inhalte aus der Zwischenablage von einem Rechner auf den anderen transportieren. So kopieren Sie beispielsweise eine Textpassage in Word auf einem Laptop und fügen sie dann in ein Textdokument auf Ihrem Desktop ein. Alles, ohne die Maus manuell neu verbinden zu müssen.

In der Praxis funktioniert Flow gut, aber nicht ganz zuverlässig. Dazu sei gesagt, dass sich einerseits unsere Version von Logitech Options noch im Beta-Stadium befindet, andererseits Options auch in der Vergangenheit nicht gerade die Spitze der Zuverlässigkeit darstellte.

Neben Flow kann Logitech Options noch weitere Anpassungen an der Maus durchführen. Es können beispielsweise die Tasten der Maus frei belegt werden. Noch besser: Logitech bietet von Haus aus ein Set von Einstellungen für spezifische Software an. Sie können z.B. die MX Master 3 so einstellen, dass das seitliche Scrollrad normal horizontal scrollt, in Photoshop aber die Pinselgrösse ändert, oder in Word die Zoom-Funktion bedient. Auch die Seitentasten, welche sonst meistens für vor und zurück dienen, können pro Applikation eingestellt werden. Die Standard-Option für Photoshop ist beispielsweise «Undo» (Befehl rückgängig) und «Redo» (Befehl wiederholen). Neben den Voreinstellungen von Logitech können Sie auch manuelle Vorlagen für Ihre Programme erstellen.

Die MX Master 3 funktioniert gut zusammen mit der MX-Keys-Tastatur Die MX Master 3 funktioniert gut zusammen mit der MX-Keys-Tastatur © Screenshot / PCtipp

Fazit

Die Logitech MX Master 3 ist eine äusserst gelungene Entwicklung der MX-Master-Serie. Die Maus wurde überall dort verbessert, wo es haperte, und nur bei der Position des seitlichen Scrollrades verschlimmbessert. Das magnetische Scrollrad ist sowohl technologisch, als auch in seiner leisen Funktion beeindruckend. Zusammen mit der Options-Software wird die MX Master 3 zur besten Wahl für alle, die mehrere Rechner verwenden, sofern die Software mitmacht.

Die MX Master 3 ist ab September erhältlich und kostet rund 129 Franken.

Logitech MX Master 3

Positiv:
Ergonomie, Verarbeitung, innovatives Scrollrad
Negativ:
Nur für Rechtshänder, seitliches Scrollrad etwas hoch angebracht
Details:
maximal 4000 DPI Darkfield-Sensor, USB-C, anpassbare Tasten, Bluetooth oder USB-Dongle, bis zu drei Geräteverbindungen, Logitech Flow, 141 Gramm
Strassenpreis:
Fr. 129.-
Info:
logitech.ch
PCtipp-Bewertung:
5 Sterne

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