Im Test: Netgear Arlo Pro 2

Das smarte Überwachungs-Set für zu Hause – lohnt sich das? PCtipp testet.

von Florian Bodoky 18.06.2018

Wertig, aber kostspielig: das Überwachungs-Set Arlo Pro 2 von Netgear Wertig, aber kostspielig: das Überwachungs-Set Arlo Pro 2 von Netgear © Netgear

Die Arlo Pro 2 ist, wie die Ziffer 2 schon erahnen lässt, die Nachfolgekamera der Arlo Pro. Hersteller Netgear integriert mit der Arlo-Serie die Kamera ins Smart Home. Im Unterschied zu vielen anderen Lösungen hat das smarte Überwachungsgerät dabei den Vorteil, dass es nahezu ohne Kabel auskommt. Vielmehr ist es ein WLAN-Überwachungssystem, das Strom aus den Akkus bezieht und mit der im Set enthaltenen Basisstation kommuniziert, um Zugang zum Netz zu erhalten. Im getesteten Set fanden wir zwei Arlo-Pro-2-Kameras sowie eine Basisstation samt Netzteil und Ethernet-Kabel vor. Zudem ein USB-Kabel, um die Kameras bei leerem Akku wieder mit Saft versorgen zu können. 

Optisch unterscheidet sich die Kamera recht wenig vom Vorgänger. In dem Gerät wurde ein Magnet verbaut, was die zahlreichen Montagemöglichkeiten dank WLAN und Akku noch ausweitet. Dank IP65-Zertifizierung können die Arlo-Pro-2-Kameras auch im Aussenbereich montiert werden, so zum Beispiel am Briefkasten oder dem Gartenzaun – Regenwasser macht dem Gerät nichts aus, zudem vermeldet die Anleitung eine Funktionstauglichkeit von -20 bis +45 Grad Celsius. Beachten Sie bei der Inbetriebnahme jedoch die Regelung des Gesetzgebers. In der Schweiz darf der öffentliche Raum, dazu gehören auch Quartierstrassen, nicht ohne Weiteres von Privatpersonen gefilmt werden. Richten Sie die Kamera daher mit Vorteil auf das eigene Haus oder den Garten. 

Die Installation des Arlo-Pro-2-Sets ist denkbar einfach. Zunächst wird die mitgelieferte Basisstation mittels Ethernet-Kabel an den Router angeschlossen und so ins Heimnetzwerk integriert. Anschliessend können die Akkus in die Kamera eingesetzt und diese danach via WLAN (2,4-GHz-Funkband) mit der Basisstation verbunden werden. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich, diesen Vorgang mit der App zu erledigen. Netgear gibt die maximale Reichweite für die Kommunikation zwischen Kamera und Basis mit 100 Metern an – in der Praxis dürfte das je nach Bausubstanz und Architektur des Hauses weniger sein. Achtung: Der Magnet sorgt in der Kamera zwar dafür, dass sie einfach von der Halterung entfernt werden kann. Die Halterung selbst, die auf einer frei beweglichen Kugel basiert, aber muss angeschraubt werden. Nach der Montage der Hardware werden die Smartphone-Apps konfiguriert. Dort übernimmt ein Assistent die Arbeit, ähnlich wie bei der Montage von Philips Hue. Modell auswählen, die Basisstation nach eigenem Gutdünken benennen und sich dann durch das Setup lotsen lassen. Anschliessend muss, wohl oder übel, ein Arlo-Account eingerichtet werden, der Vor- und Nachname sowie eine E-Mail-Adresse erfordert. Nach dem Login kommt es zu einem ersten Sync-Vorgang.

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Modi und App

Anschliessend kommt es bereits zur Aufnahme. Das Blickfeld der Kamera umfasst 130 Grad und setzt auf h.264 als Codec. Zudem gibt es Infrarot-LEDs für Nachtaufnahmen. Diese sind, um Gegensatz zu den Full-HD-Aufnahmen während des Tages, etwas undeutlicher. Tipp: Die Kameras verfügen über einen durch eine Gummiabdeckung gesicherten Micro-USB-Slot. Gibt es also in der Nähe des Aufstellorts eine Steckdose, kann die Kamera von dort Strom beziehen und die Akku-Laderei entfällt. Darüber hinaus werden dadurch weitere Überwachungsmodi freigeschaltet: So kann man z.B. gewisse Überwachungszonen definieren, die besonders sensibel überwacht werden und in denen Bewegungen gefilmt werden sowie zu einer Benachrichtigung des Nutzers und/oder einer Alarmierung führen. Bewegungen im Akku-Betrieb werden hingegen mit Infrarotsensoren und Geräuschüberwachung erkannt.

Das zentrale Steuerorgan ist die App. Mit ihr lassen sich die verschiedenen Überwachungsmodi timen, steuern und aufzeichnen oder der Ladestand der Kamera-Akkus abfragen. Ebenfalls kann man die Zwei-Wege-Funktion aktivieren, die es ermöglicht, beispielsweise mit einer Person zu sprechen, die vor der Haustür steht. Auch kann man den Kameras etwas Selbstständigkeit gewähren: Mit der Geo-Fence-Option merkt die Kamera, ob die Hausbewohner, bzw. deren Smartphones, das definierte Gebiet verlassen haben und fängt dann an, automatisch zu filmen. Alle Aufnahmen werden automatisch in der Arlo-Cloud gespeichert. Im Kaufpreis ist bereits 1 Gigabyte Cloud-Speicher enthalten, wer mehr will, muss ein kostenpflichtiges Abo kaufen. Wer Anhänger von Offline-Lösungen ist, kann sich das «Filmmaterial» auch lokal ziehen, dafür verfügt die Basisstation rückseitig über zwei USB-Anschlüsse.

Fazit

Netgear Arlo Pro 2 ist ein sehr edles und qualitativ hochwertiges System. Es bietet alle Features, die man von einem smarten Überwachungs-Kit erwarten kann. Dies hat zwar seinen Preis, lässt aber keine Wünsche offen. 

Netgear Arlo Pro 2

Positiv:
Funktionen, Bildqualität, App
Negativ:
Kostenpflichtige Cloud
Details:
Full-HD-Überwachungskamera mit WI-FI-Übertragung, schwenk- und neigbar, Magnetboden, Schraubvorrichtung, Nachtsichtmodus, Zwei-Wege-Audio und Lautsprecher
Strassenpreis:
Fr. 619.–
Info:
www.brack.ch
PCtipp-Bewertung:
5 Sterne

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