Acer ConceptD CP3271K im Test

Der neuste Acer-Monitor will gleichzeitig Grafiker und Gamer ansprechen, und dabei noch gut aussehen. Ob das klappt, lesen Sie in unserem Testbericht.

von Luca Diggelmann 12.02.2020

Die neue ConceptD-Serie von Acer versucht sich in den Bereich der optisch ansprechenden Oberklassegeräte einzufügen. Zur Serie gehört auch ein vielseitiger Monitor mit dem Namen ConceptD CP3. Dieser ist in verschiedenen Grössen und Konfigurationen erhältlich, die jeweils im hinteren Teil des Namens genauer spezifiziert werden. In unserem Test handelt es sich um das Modell CP3271, einem 27-Zoll-Display mit UHD-Auflösung und einer maximalen Bildwiederholrate von 144 Hz. Was den Monitor besonders interessant macht, ist die Flexibilität. Einerseits will der CP3 mit Farbgenauigkeit und hoher Auflösung die Grafikergemeinde abholen, andererseits richten sich die Bildwiederholrate und G-Sync-Unterstützung mehr an Gamer. Die Brücke zwischen den beiden Anspruchsgruppen aufzubauen ist nicht gerade einfach.

Optisch gibt es am CP3 nicht viel zu bemängeln Optisch gibt es am CP3 nicht viel zu bemängeln © Acer

Äusseres

Von aussen sieht man dem ConceptD CP3 nicht wirklich an, worauf der Monitor hinauswill. Die meisten Bauelemente des Bildschirms deuten nicht stark in eine bestimmte Richtung, was normalerweise auf einen Büromonitor schliessen lässt. Erst der etwas dickere Rahmen im Vergleich zu den nahezu randlosen Office-Bildschirmen lässt erahnen, dass hier etwas mehr dahintersteckt.

Auffällig ist auch der Standfuss des CP3. Dieser ist komplett im Holz-Look gehalten und kommt ausgesprochen edel daher. Die zwei angebrachten Sticker, die für Pantone-Zertifizierung und DeltaE-Messwerte werben, kann man gut und gerne entfernen. Das Standbein zum Fuss ist in matt-silbernem Aluminium gehalten, das sehr schön mit dem Fuss harmoniert. Etwas weniger harmonisch ist dafür die Stabilität des Bildschirms. Weder Fuss noch Bein sind besonders wackelresistent. Das führt leider dazu, dass der CP3 bereits bei kleineren Erschütterungen mitzittert.

Der Bildschirm selbst ist schlicht gehalten. Auf dem schwarzen Rand sind lediglich ein kleines Acer-Logo, ein G-Sync-Kleber und eine kleine Power-LED angebracht. Mit Randbreiten zwischen 1,5 und 2 cm ist der CP3 bei weitem nicht randlos, das wäre aber bei einem Display dieses Kalibers aktuell zu viel verlangt.

Der Standfuss des CP3 ist leider nicht so stabil wie ansehnlich Der Standfuss des CP3 ist leider nicht so stabil wie ansehnlich © Acer

Ausstattung

Viel verlangen darf man bei einem High-End-Display dafür bei der Ausstattung. Und grösstenteils liefert Acer hier. Grösstenteils, aber nicht durchgehend. Wie es sich für ein High-End-Display mit Grafik-Aspirationen gehört, liefert Acer eine Lichtblende mit. Diese ist zwar etwas mühsamer zu befestigen als bei der Konkurrenz, hält dafür aber auch besser. Und solange man den Schutz nicht regelmässig entfernt und neu anbringt, sind vier Schrauben kein grosses Problem.

Was die Anschlüsse angeht, bietet Acer zweimal HDMI, zweimal DisplayPort und und einmal USB. Aber: Der USB-Anschluss dient lediglich als Datenverbindung zwischen Rechner und Monitor. Er liefert Daten für Farbprofile und verbindet den seitlich angebrachten USB-Hub mit dem Rechner. Dafür verwendet der CP3 ein USB-A auf USB-B-Kabel. Videoübertragung per USB-C (mit DisplayPort) ist leider nicht verfügbar, was im Jahre 2020 doch etwas überrascht. Immerhin ist die Wahl passend zu den ConceptD-Notebooks, welche neben einem einzelnen USB-C-Anschluss über mehrere USB-A-Stecker und einen HDMI-Steckplatz in voller Grösse verfügen. Wobei das wiederum eher anachronistisch daherkommt.

Die Anschlüsse versteckt der CP3 under einer abnehmbaren Abdeckung Die Anschlüsse versteckt der CP3 under einer abnehmbaren Abdeckung © Acer

Zuletzt bleibt noch das OSD, mit dem der Monitor bedient wird. Dieses hinterlässt einen gemischten Eindruck. Einerseits ist das Menü selbst ordentlich aufgebaut und leicht verständlich, andererseits kann die Steuerung etwas irritieren. Acer verwendet einen Joystick, sowie vier Steuerungsknöpfe, allesamt auf der Rückseite des Monitors. Die Bedienung per Joystick funktioniert dabei bestens. Die Steuerungsknöpfe, die hauptsächlich als Abkürzungen verwendet werden, sind aber etwas schwierig zu erkennen. Da braucht es genug räumliches Vorstellungsvermögen und Übung, sodass sich wahrscheinlich die meisten Nutzer einfach mit dem Joystick zufriedengeben. Optimal ist das aber auch nicht, da das Menü klar mit den zusätzlichen Buttons im Hinterkopf gestaltet wurde.

Auf der nächsten Seite: Display und Fazit

Display

Kommen wir zum Display, das gleichzeitig für Grafiker und auch Gamer funktionieren soll. Starke IPS-Farben in UHD und eine Bildwiederholrate von 144Hz sollen dafür sorgen, dass der CP3 mit jeder Situation klarkommt. Dafür hat sich Acer unter anderem von Pantone überprüfen lassen.

Acer zielt mehr auf DCI-P3 ab, entsprechend ist die sRGB-Leistung etwas durchzogen Acer zielt mehr auf DCI-P3 ab, entsprechend ist die sRGB-Leistung etwas durchzogen © PCtipp

Grundsätzlich macht das IPS-Panel einen guten Job. Das Display ist ab Haus bereits relativ akkurat kalibriert. Der Unterschied zwischen Lagerzustand und unserer Kalibrierung hielt sich in Grenzen. Auch bei der Farbtreue gibt sich der CP3 keine Blösse. Die höchste Abweichung überhaupt erreicht der Monitor bei maximaler Helligkeit: 2,7 DeltaE und damit immer noch unter dem Schwellwert von 3 DeltaE. Alles darunter gilt als gut. Bei sinnvolleren 64 Prozent Helligkeit beträgt die maximale Abweichung sogar nur noch 1,4 DeltaE, was ausgezeichnet ist. Die durchschnittliche Abweichung beträgt in diesem Fall exzellente 0,76 DeltaE.

Die Farben des CP3 sind sehr akkurat Die Farben des CP3 sind sehr akkurat © PCtipp

Deutlich schlechter ist dafür die Helligkeitshomogenität. Die höchste Abweichung liegt bei fast allen Helligkeitseinstellungen bei 24 Prozent. Bei unserer Standardhelligkeit von 67 Prozent beträgt die durchschnittliche Abweichung bei 14,6 Prozent, was klar zu viel für einen Monitor dieser Preisklasse ist.

Leider kann der CP3 bei der Helligkeitshomogenität nicht überzeugen Leider kann der CP3 bei der Helligkeitshomogenität nicht überzeugen © PCtipp

Ebenfalls wenig überzeugend ist der Kontrast mit durchgehend gemessenen 210:1, sowie das Standard-Gamma, das vor allem bei dunklen Bereichen deutliche Abweichungen vom Mittelwert aufweist.

Wer seine Augen eher auf Gaming als Einsatzzweck geworfen hat, bekommt einen ordentlichen Monitor mit schneller Bildwiederholrate und einer genug schnellen Reaktionszeit. Überragend ist der Monitor in diesem Bereich nicht, aber gut genug. Bedenkt man dann aber den Preis, wird eine Empfehlung heikel, da ein spezialisierter Gaming-Monitor im gleichen Preissegment deutlich mehr bietet.

Fazit

Acer liefert mit dem CP3271K einen etwas durchwachsenen Bildschirm. Nach dem ansprechenden Design und den bestechenden Farben fällt das Konzept ein wenig ins Wasser. Für Grafiker kann die schwache Helligkeitshomogenität zu einem Problem werden, für Gamer gibt es bessere Displays für weniger Geld und für den Durchschnittsnutzer ist der Monitor eher teuer. Am ehesten funktioniert der CP3 für kompromissbereite Allrounder.

Acer ConceptD CP3271K (Pbmiippruzx)

Positiv:
Farbgenauigkeit, Design
Negativ:
Helligkeitshomogenität, Kein USB-C
Details:
27 Zoll, UHD (3840 × 2160), 144 Hz, 92% sRGB, 90% DCI-P3, 74% AdobeRGB, 2 × HDMI, 2 × DP, USB-A, Lichtschutzblende, Nvidia G-Sync
Strassenpreis:
Fr. 937.50
Info:
acer.ch
PCtipp-Bewertung:
4 Sterne

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