Falsche Jobinserate: Kombination Money Mules und Bank Drop

Betrüger suchen mit gefälschten Jobinseraten nach Finanzagenten (Money Mules). Die Cyberkriminellen überreden die Money Mules anschliessend zu Video-/Fotoidentifikationen, mit deren Hilfe die Gauner schliesslich Bankkonten eröffnen.

von Claudia Maag 24.03.2020

Betrüger versuchen im Namen einer angeblichen Firma, Personen als Finanzagenten (Money Mules, dt. Geldesel) anzuwerben. Die Cyberkriminellen versuchen anschliessend, die Finanzagenten zu Video-/Fotoidentifikationen zu überreden. Diese Identifikationen werden dann ohne Wissen der Money Mules für die Erstellung eines neuen Bankkontos verwendet, wie die Kantonspolizei Zürich auf cybercrimepolice.ch berichtet.

Screenshot eines «Jobinserats» auf realestatewelt.com (nicht mehr aktiv, Stand 24.3.2020) Screenshot eines «Jobinserats» auf realestatewelt.com (nicht mehr aktiv, Stand 24.3.2020) © Screenshot/cybercrimepolice.ch

Um die potenziellen Opfer als Finanzagenten (Money Mules) anzuwerben, kontaktieren die Betrüger diese entweder direkt per E-Mail oder erstellen z.B. eine gefälschte Website der angeblichen Firma. Ein Beispiel einer solchen Webseite ist alphaswissrealestate.com (offline, Stand 17.3.2020). Im Screenshot links sehen Sie ein gefälschtes Jobinserat.

Falls die Betrüger in Besitz der Bankverbindungen sind, überweisen sie gemäss KaPo Zürich zuvor gestohlenes Geld aus E-Banking-Betrügen an die Finanzagenten. Die Money Mules werden anschliessend angewiesen, das Geld auf ihrem Konto abzuheben und per Post nach Moskau zu schicken.

Damit sie künftig weitere Straftaten begehen kann, überredet die Täterschaft die Money Mules, eine Video-/Fotoidentifikation zu erstellen. Die Personen sind mit persönlichen Angaben sowie einem Ausweisdokument ersichtlich. Ohne Wissen der Finanzagenten werden später bei verschiedenen Banken Konten eröffnet, um diese für kriminelle Zwecke zu nutzen (Bank Drop = gefälschte Bankkonten, die für Geldwäsche genutzt werden). Mehr über Bank Drop erfahren Sie auf dieser Seite von cybercrimepolice.ch.

Falls Sie bereits einen solchen «Job» angenommen haben, rät die Kapo Zürich, den Kontakt zu den Betrügern abzubrechen und dringend bei der örtlichen Polizeistelle Strafanzeige zu erstatten. Dort können Sie Ihr verwendetes Reisedokument für ungültig erklären lassen, damit Sie während einer Reise an einer Grenzkontrolle nicht unberechtigterweise angehalten werden.