E-Trottis: Das ist in der Schweiz erlaubt

E-Trottinetts sind mittlerweile überall in Schweizer Städten zu sehen. Doch was ist mit den E-Trottis erlaubt und wofür kassiert man eine Busse? Was verlangen Verleiher? Und was passiert, wenn man mit dem E-Tretroller in die Agglomeration fährt?

von Claudia Maag 09.07.2019 (Letztes Update: 02.08.2019)

In unseren Städten sind sie immer häufiger und zahlreicher zu sehen: E-Trottinetts. Die bunten E-Scooter von Verleihern wie Lime, Circ (ehemals Flash), Bird oder Tier prägen auch hierzulande langsam das urbane Bild. Doch was ist in der Schweiz erlaubt – und was nicht?

E-Scooter fahren: Das gilt in der Schweiz

Grundsätzlich gelten in der Schweiz für E-Trottinetts die gleichen Regeln wie für Velos. E-Trottis fallen unter die Kategorie Leicht-Motorfahrrad. Das bedeutet: Das Trottoir ist tabu – die Benutzung von Velowegen ist zwingend, so will es das Gesetz.

Die E-Scooter benötigen Licht, eine Glocke sowie Bremsen und Sie dürfen mit ihnen maximal mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde (km/h) fahren; mit (elektrischer) Tretunterstützung dürfen die Flitzer mit bis zu 25 Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Die Antriebsleistung der Motoren darf 500 Watt nicht übersteigen. Ein Helm ist nicht obligatorisch, aber empfohlen. 

Lesen Sie auch das Merkblatt des Bundesamts für Strassen ASTRA [PDF] oder von der Stadt- und Kantonspolizei Zürich [PDF].

Update: Dafür gibt es Bussen

Beispiele:

  • Mehr als eine Person fährt mit dem E-Trottinett.
  • Ein Kind unter 14 Jahren nutzt ein E-Trotti. Oder ein/e 14- bis 16-Jährige/r fährt damit ohne Führerausweis der Kategorie M (Töffliausweis) oder G (landwirtschaftliche Fahrzeuge). Ab 16 Jahren ist übrigens kein Führerausweis mehr nötig.
  • Sie fahren mit dem Gefährt z.B. auf dem Fussgängerweg.
  • Falls kein Veloweg vorhanden ist, fahren Sie mitten auf der Strasse (jedenfalls nicht am rechten Strassenrand).

Wie häufig die Stadtpolizei Zürich 2018/2019 Bussen wegen E-Trottis verteilt hat, ist leider nicht verfügbar. Auf Anfrage sagt ein Sprecher dem PCtipp, dass dazu keine Statistik vorhanden ist, da E-Trottinetts nicht als separate Kategorie erfasst werden.

Auf der Seite der Stadtpolizei Zürich sind Merkblätter verfügbar. Sehen Sie sich das Video der Stadtpolizei Zürich an, wie man das E-Trotti richtig benutzt.

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Diverse Verleiher am Start

Tier ist in der Schweiz in Zürich (seit 1. Mai) und Basel (Anfang Februar) vertreten. Mit weiteren Städten sei man im Gespräch, heisst es auf Anfrage.

Bird ist in Zürich mit 400 und in Winterthur mit 100 Birds am Start.

Lime startete vor gut einem Jahr in Zürich (PCtipp berichtete). Im Januar mussten über 500 E-Trottinetts vom Anbieter wegen technischer Probleme eingezogen werden, wie «Tages-Anzeiger» berichtete. Auf unsere Anfrage nach den Stand der Dinge hat Lime bisher noch nicht reagiert.

Das Start-up Circ (ehem. Flash) hat derzeit E-Trottinetts in Zürich, Basel, Winterthur und Zug – seit vergangenem Wochenende auch in Baar und Cham. Auch die SBB mischen mittlerweile im Geschäft mit: Circ und die SBB sind kürzlich eine Partnerschaft eingegangen, wie die «Neue Zürcher Zeitung» im Juni berichtete. Am Zürich HB gibt es einen sogenannten Hub für E-Trottinetts. 

Nix für die Agglomeration

Sie sollten mit den E-Trottinetts übrigens die Stadt nicht Richtung Agglomeration verlassen.

Tier arbeitet mit einem IoT-Modul, das über GPS jederzeit sendet, wo sich der Scooter befindet. Verlassen Sie also den Stadtbereich – im Fall von Tier Zürich oder Basel –, dann bremst das E-Trotti auf Schrittgeschwindigkeit. Der erlaubte Bereich sei in der App deutlich erkennbar, versichert uns ein Tier-Sprecher. Ein Beenden der Fahrt ist nicht möglich, man kann nur innerhalb der Zone parkieren und dort über die App die Fahrt beenden – und bis dahin bezahlt man.

Zum Beispiel bei Bird stoppt das Gefährt sogar (wenn auch nicht abrupt). Die Geschwindigkeit verringert sich langsam bis zum Stopp. Erst, wenn Sie wieder ins Fahrgebiet kommen, können Sie normal weiterfahren. Auch hier: Die Kosten pro Minute laufen derzeit weiter, bis man die Fahrt innerhalb des erlaubten Gebiets beendet.

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Verleiher: Das kosten die E-Trottis in der Schweiz

Circ

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) plus Fr. 0.25 pro Minute. Eine Fahrt vom Zürcher Sihlcity bis zum Zürich HB (ca. 2,6 km) dauert laut Google Maps ungefähr 10 Minuten. Bei Circ würde diese Fahrt demnach rechnerisch Fr. 3.50 kosten. (Freischaltgebühr Fr. 1.– plus Fr. 2.50 für 10 Minuten)

Bird

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr und Fr. 0.45 pro Minute. Von den vier genannten Angeboten ist Bird somit der teuerste. Die oben genannte Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde rechnerisch somit Fr. 5.50 kosten (inkl. Freischaltgebühr).

Lime

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) plus Fr. 0.30 pro Minute. Die oben genannte Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde mit Lime rechnerisch somit Fr. 4.– kosten (inkl. Freischaltgebühr).

Tier

      • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) plus Fr. 0.30 pro Minute. Die oben genannte Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde mit Lime rechnerisch somit, wie bei Lime, Fr. 4.– kosten (inkl. Freischaltgebühr).