Android-Gerät aufräumen

Immer mehr Besitzer älterer Android-Smartphones sehen ihre Geräte aus den Nähten platzen. Hier unsere Tipps zum Aufräumen.

von Gaby Salvisberg 19.02.2014

Schon beim Kauf waren viele unentfernbare Apps vorinstalliert. Immer mehr und immer grössere Apps kamen dazu, auch welche mit zweifelhaftem Nutzen.

Kommt Ihnen diese Meldung bekannt vor? Kommt Ihnen diese Meldung bekannt vor? © pctipp.ch

Nicht jeder mag auf dem Smartphone Bücher lesen (Google Play Books, Readers Hub), nicht jeder will haufenweise Sprach- und Suchwerkzeuge oder undurchsichtige Apps wie Google Gruppen Play. Um die zu deinstallieren, müssten Sie das Gerät «rooten», was aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert ist. Und so erscheint sie halt eines Tages, die Meldung: «Nicht genügend Speicherplatz verfügbar».

Einige App-Updates müssen aber sein, weil sie auch Sicherheitslücken stopfen und Fehler beheben. So bleibt nichts anderes übrig, als Platz zu schaffen. 

Unnötige Apps deinstallieren: Es gibt Apps, die Sie nicht deinstallieren können und welche, bei denen das geht. Trennen Sie sich von einigen, die Sie nicht wirklich täglich brauchen. Haben Sie alle Levels Ihres Lieblingsspiels mit drei Sternen gelöst? Dann trennen Sie sich davon. Haben Sie einen QR-Code-Reader, den Sie aber noch nie wirklich produktiv genutzt haben? Weg damit. Brauchen Sie die Hotelbewertungs-App, während Sie doch gar keine Ferien haben? Tschüss! Wenn Sie wegfahren, holen Sie sich die Hotel-App zurück und werfen stattdessen vorübergehend das Schweizer Wetter raus. 

App deinstallieren App deinstallieren © pctipp.ch

Auch wenns weh tut, hier gehts lang: Starten Sie Google Play, tippen Sie oben links aufs unscheinbare Icon mit den drei horizontalen Strichen und wechseln da zu Meine Apps. Scrollen Sie langsam durch die Anwendungen. Was Sie nicht unbedingt brauchen, tippen Sie an und gehen zu Deinstallieren.

Cache löschen: Einige Apps speichern sinnvolle Daten wie Spielstände, Lieblingsorte, Notizen und ähnliches. Viele Apps (z.B. Webbrowser) legen aber auch einen Cache an, der Daten nur zwischenspeichert, die er jederzeit auch erneut nachladen könnte. Leeren Sie den Cache.

Cache leeren Cache leeren © pctipp.ch

Öffnen Sie die Einstellungen Ihres Smartphones (meist via Zahnradsymbol) und gehen darin zu Anwendungen oder Anwendungsmanager. Zuerst erscheinen die installierten Apps. Tippen Sie eine davon an, zum Beispiel Chrome. Nun erscheinen Infos zum Datenbestand. Bei «Daten» könnte es sich um Einstellungen, Verlauf oder Lesezeichen handeln. Wenn Sie diese löschen, sind halt womöglich Ihre Browserlesezeichen weg. Halten Sie im Zweifelsfall davon Abstand. Weiter unten sehen Sie jedoch den Cache. Den dürfen Sie leeren. Nicht nur Webbrowser, auch andere Apps können Cache-Daten haben. Durchforsten Sie sie.

Auf SD-Karte verschieben Auf SD-Karte verschieben © pctipp.ch

Apps auf SD-Karte verschieben: Sind Sie in der glücklichen Situation, ein Handy mit SD-Karte zu haben, verschieben Sie Apps wenn möglich auf diese. Öffnen Sie den Anwendungsmanager, falls Sie sich nicht vom vorherigen Tipp her ohnehin darin befinden. Beispielsweise auf dem Galaxy Note wischen Sie von rechts nach links. Sie entdecken eine Liste mit Anwendungen, die Sie entweder schon auf die SD-Karte verschoben haben oder die Sie verschieben könnten. Tun Sie das mit der einen oder anderen App, indem Sie sie anhaken. So schaffen Sie mehr Platz auf dem internen Speicher.

Daten löschen: Ein Videofilm, vier Dutzend Fotos und vielleicht MP3-Dateien von Podcasts, die Sie bereits gehört haben - das belegt Platz. Oftmals vergisst man, dass man solche Daten jemals auf dem Smartphone abgespeichert hat. Räumen Sie auf. Durchforsten Sie Ihre Bilder, Musik und Videos mithilfe eines Dateimanagers. Sichern Sie auf Google Drive, was Sie archivieren wollen und löschen Sie den nicht mehr unbedingt benötigten Rest. Fehlt ein brauchbarer Dateimanager («Eigene Dateien»), versuchen Sie es mit dem kostenlosen Datei Manager von Rhythm Software. 

Download-Ordner prüfen: Der Download-Ordner ist ein besonders fieser, heimlicher Speicherfresser.

Download-Ordner ausmisten Download-Ordner ausmisten © pctipp.ch

Jedes PDF, jedes Excel-File das Sie sich ab einer Webseite angucken, landet in den Downloads. Misten Sie also besonders die Downloads immer wieder mal aus. Es kann sowohl im internen Speicher als auch auf der SD-Karte einen solchen Ordner haben. Prüfen Sie beide.

So eher nicht: Um auch Apps loszuwerden, die vom Hersteller vorinstalliert waren, müssten Sie das Gerät rooten, wie eingangs erwähnt. Damit hätten Sie Administratorzugang zum Gerät («root» ist unter Linux/Android der Admin-Name). Hierfür sind aber Werkzeuge aus zweifelhafter Quelle erforderlich. Sie können nie wissen, ob die Werkzeuge Schädlinge im Gepäck haben. Wir raten darum davon ab. Ebenfalls ausdrücklich abzuraten ist von angeblichen Aufräum- bzw. Cleaner-Apps. Wie bei ihren PC-Pendants lassen sich solche Apps in zwei Kategorien einteilen: «Schlangenöl» und «Giftbecher». Die «Schlangenöl»-Apps nennen wir hier mal so, weil sie vollmundige Versprechen abgeben, die sie nie einhalten, wie seinerzeit die Schlangenölverkäufer auf dem mittelalterlichen Bazar. Im besten Fall lassen sich mit diesen Apps Cache und Daten löschen, die Sie dank unserer obigen Tipps auch so loswerden. Noch schlimmer die «Giftbecher»-Apps. Die machen nicht nur leere Versprechungen, sondern bringen noch ungebetene Gäste mit, indem sie das Gerät noch zusätzlich mit Adware oder noch Schlimmerem zupflastern.