Test: HP Omen 17 an090nz

Dieses Gaming-Notebook versucht, den Widerspruch zwischen Grösse und Leistung aufzulösen.

von Thomas Riediker 15.03.2018

Lange galt der Begriff «Gaming-Notebook» als ein Widerspruch in sich. Die leistungsfähige Hardware, die für den gehörigen Videospielgenuss unverzichtbar ist, passt kaum in ein tragbares Notebook-Gehäuse. Seit einiger Zeit versuchen verschiedene Hersteller, diese Grenzen zu sprengen. Einer davon ist HP mit seinem Omen 17 Notebook.

Das Display überzeugt aus jedem Winkel beim HP Omen 17 Das Display überzeugt aus jedem Winkel beim HP Omen 17 © HP

Das massive Gewicht von 3,78 Kilogramm drängt sich bereits beim Auspacken ins Bewusstsein. Allerdings haben wir es hier nicht mit einem ultramobilen Bürogerät zu tun, sondern mit einer Maschine, die sich mit den Desktop-Kraftprotzen messen will. Dazu passt auch die für Notebooks sehr grosse Höhe von 3,3 Zentimetern: Immerhin muss im Gehäuse ein entspiegelter 17-Zoll-Bildschirm mit teurer IPS-Technologie und 4K-Auflösung Platz finden. Die daraus resultierende Breite nutzten die Techniker für eine Tastatur in voller Grösse mit Nummernblock und programmierbaren Makrotasten. Dank roter Hintergrundbeleuchtung ist diese auch an dunklen LAN-Partys gut lesbar und verfügt ausserdem über einen angenehmen Anschlag. Die für Gamer wichtigen WASD-Tasten wurden speziell rot eingefärbt.

 

Die beleuchtete Tastatur bietet einen angenehmen Anschlag Die beleuchtete Tastatur bietet einen angenehmen Anschlag © HP

Nach dem Auspacken versorgt das riesige Netzteil das Gerät mit Strom. Für den Batteriebetrieb gibt HP bei Multimedia-Anwendungen eine Laufzeit von ungefähr zwölf Stunden an. Dieser Wert wurde im Test mit knapp sieben Stunden Filmwiedergabe klar verfehlt – und das im Energiesparmodus. Im normalen Anwendungsmodus wird die Laufzeit weiter reduziert. Da Gaming-Notebooks jedoch an LAN-Partys ohnehin an ihrem Platz verbleiben, sollte eine konstante Versorgung über das Netzteil kein Problem sein.

Links und rechts sind alle wichtigen Anschlüsse, der SD-Card-Reader sowie ein DVD-Brenner verbaut. Die Rückseite wird von grossen Abluftöffnungen geprägt, die im Test auch unter Last nie zu laute Geräusche von sich gaben. Über den Äther verbindet sich das Gerät via WLAN-AC sowie über Bluetooth 4.2.

Die martialisch anmutenden Lüftungsöffnungen sorgen für einen überraschend leisen Betrieb Die martialisch anmutenden Lüftungsöffnungen sorgen für einen überraschend leisen Betrieb © HP

Zunächst testeten wir den eingebauten i7-7700HQ-Vierkernprozessor mit seinen 2,8 GHz bis maximal 3,8 GHz Taktfrequenz. Im Benchmark-Programm Cinebench erreichte das Omen 17 ein Resultat von 701 Punkten. Das ist nicht schlecht, jedoch auch ein wenig schwächer als ältere Gaming-Desktop-CPUs. Neben massiven 32 GB DDR4-2400-Arbeitsspeicher verfügt die nVidia-GTX1070-Grafikkarte im Gerät nochmals über 8 GB eigenen, dedizierten GRAM. Diese Karte kam im Cinebench-Test auf durchschnittlich 95 fps – eine gute Leistung, obschon auch sie den Möglichkeiten aktueller Desktop-Maschinen nicht ebenbürtig ist.

Wird das Notebook ohne Stromkabel benutzt, werden CPU und Grafikkarte auf Kosten der Leistung automatisch gedrosselt, um die Batterie zu schonen. Trotzdem bleibt der Monitor in fast allen Lichtsituationen farblich korrekt: Der Kontrast und das Tempo beim Bildaufbau sind stimmig. Der aktuell beliebte Titel «Playerunknown’s Battlegrounds» lief zwar nicht auf der Grafikeinstellung «Ultra», jedoch immerhin auf «Medium-High» mit 50 fps bis 75 fps – die tieferen Werte sind teils auch dem Programm selbst anzukreiden. Durch die Kombination von einer 1-TB-Festplatte und einem 512 GB grossen SSD stemmt das Gerät auch Anwendungen wie Photoshop problemlos.

Die Lautsprecher von Bang & Olufsen überzeugen leider nicht: Zu blechern klingen die Höhen und zu schwach ist der Bass, selbst auf höchster Stufe. Über kabelgebundene Kopfhörer ist der Ton in Ordnung.

Fazit

Mit dem Omen 17 an090nz bietet HP ein stylisches, angenehm zu bedienendes Hochleistungsprodukt an, das für mobile Gamer eine Überlegung wert sein dürfte. Dennoch muss angemerkt werden, dass man sich für den sehr hohen Preis problemlos einen Mid-Tower-Desktop der Extraklasse leisten könnte und sich das Omen 17 mit seinen 4 Kilogramm Gewicht kaum als mobiles Gerät für den täglichen Einsatz eignet.

HP Omen 17 an090nz

Positiv:
Mobilität verglichen mit Desktop-PCs, schnelle Leistung für Games und andere Hardware-hungrige Anwendungen, sehr guter Bildschirm
Negativ:
Sehr gross, schwer, kurze Batterielaufzeit, schwache Lautsprecher, Preis
Details:
17-Zoll-IPS-4K-Monitor, GTX1070-Grafikkarte, i7-7700HQ CPU, 32 GB DDR4-RAM, DVD-Brenner, 3 × UBS 3.1, 1 × USB-C, 1 × RJ45, 1 × SD-Kartenslot, 2 × 3,5 Millimeter Audio, 1 × HDMI, 1 TB HDD + 512 GB SSD, Windows 10 Home 64
Strassenpreis:
Fr. 2599.–
Info:
store.hp.com/SwitzerlandStore
PCtipp-Bewertung:
4 Sterne

Leserwertung

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Mittel: 14.3%
Schlecht: 57.1%