Sony UBP-X800: 4K-Blu-ray-Player im Test

4K-Blu-ray-Player können vieles, wenn man sie beim richtigen Hersteller sucht.

von Simon Gröflin 17.07.2017

Für knapp 320 Franken liefert Sony mit dem UBP-X800 einen formatfreudigen UHD-Blu-ray-Player aus. Der Player beschränkt sich dabei auf die wesentlichen Funktionen und hält eine Fernbedienung mit logischer Tastenanordnung bereit. Das gefällt schon mal. Im Lieferumfang enthalten ist zudem die 4K-Blu-ray-Disc «Inferno» mit Tom Hanks. Mitgeliefert werden zudem zwei AA-Batterien für die Fernbedienung und eine Bedienungsanleitung. Wer noch kein High-Bandwidth-HDMI-Kabel hat: Um in den vollen Bildgenuss bei 4K-Blu-rays zu kommen, ist für das 4K-HDR-fähige Fernsehgerät ein High-Speed-HDMI-Kabel erforderlich. Noch wichtiger: Bevor Sie sich überhaupt einen 4K-Blu-ray-Player anschaffen möchten, sollten Sie schon ein wenig in die Zukunft investiert haben oder es demnächst vorhaben.

Für 4K-Blu-rays benötigen Sie einen entsprechenden Player Für 4K-Blu-rays benötigen Sie einen entsprechenden Player © Sony

Anforderungen an den TV

Idealerweise sollte Ihr Fernseher respektive der Receiver HDMI 2.0(a) mit HDCP 2.2 unterstützen. Noch besser ist ein 4K-Fernseher mit einer Top-Helligkeit und High-Dynamic-Range-Unterstützung (HDR). Von sehr guter Helligkeit bei LED-TVs sprechen kann man bei einer Angabe von mindestens 1000 Nits. Wenn Sie hier beim Vergleichen irritiert sind, achten Sie beim Kauf eines neuen 4K-Fernsehers vor allem auf das «Ultra HD Premium»-Logo, wobei ausgerechnet Sony nicht immer alle TV-Modelle mit dem goldenen UHD-Logo verziert. Nicht gemacht hat man das beispielsweise beim Bravia ZD9, der aber die Standards mehr als erfüllt.  

Macht sich gut im Regal: Sonys UBP-X800 Macht sich gut im Regal: Sonys UBP-X800 © sgr / nmgz

Schnell und leise

Der Aussenmantel mit dem schwarzen, rauen Kunststoff ist nicht übermässig edel, aber auch nicht billig. Funktional erfüllt das Gehäuse seine Pflicht vor allem in einer Sache: Das robuste Case dämmt sämtliche Geräusche hervorragend!

Rau und robust, aber auch nicht edel: das Gehäuse des UBP Rau und robust, aber auch nicht edel: das Gehäuse des UBP © sgr / nmgz

Da freut man sich gleich über einen kaum wahrnehmbaren Laufwerksmotor und schnelle Zugriffszeiten, ob man nun eine reguläre Blu-ray oder eine UHD-Blu-ray abspielt. Bei einer Xbox One S beispielsweise wird es mit einer 4K-Scheibe schnell deutlich lauter. Das haben wir hier nicht, brauchen wir auch nicht. Zudem hört man beim Abspielen der 4K-Dics den Lüfter bei gemessenen 20 dB(A) aus nächster Nähe kaum. Der Sony-Player verfügt weiter über eine Abschaltautomatik und fährt nach 20 Minuten in den Standby-Betrieb, in dem er nur 0,4 Watt verbraucht. 

Nächste Seite: Die Sache mit den Regionscodes

Die Sache mit den Regionscodes

Was ziemlich gut ins Konzept von Sony passt, ist die Abwärtskompatiblität für zahlreiche Disc-Formate wie Audio-CD und DVD-Audio. Damit nicht genug. Auch sämtliche Mediadateien wie FLAC, WAV und AIFF unterstützt das vielseitige Sony-Talent noch, übrigens auch ab USB-Speicher oder übers Netzwerk. Upscalen von MP3s auf höhere Qualitätsstufen ist hier ebenfalls möglich. Einziges Manko: Unsere Player-Version war nicht regionsfrei beim Abspielen von Code-1-DVDs und US-Standard-Blu-rays. Es gibt offenbar auch Händler, die vom Abspielgerät eine Variante ohne die Regionssperre anbieten. Wenn man nur wenige DVDs hat oder sowieso hauptsächlich das neue Bildformat in der ultrahohen Auflösung geniessen möchte, ist das aber kein Handicap. Abgesehen davon gilt diese Einschränkung nicht für das 4K-Scheibenformat. Dort sind ohnehin alle Discs der Welt abspielbar. 

Die Schublade des Disc-Laufwerks ist übrigens auch sehr leise Die Schublade des Disc-Laufwerks ist übrigens auch sehr leise © sgr / nmgz

Ausstattung

Wer den Filmsound über einen Receiver abspielen möchte, hat auch die Möglichkeit, den Ton über den zweiten HDMI-Ausgang durchzuschleifen. Was leider trotz des hohen Preises fehlt, ist ein optischer Digitalausgang. Vorhanden ist aber ein koaxialer Digitalausgang. Dafür gibt es mal ausnahmsweise keine analogen Cinch-Anschlüsse. Als Alternative zum verbauten WLAN-Modul (2,4/5 GHz) steht eine LAN-Schnittstelle bereit, die aber nur mit Fast Ethernet (10/100) spezifiziert ist. Sonst gibt es vorne noch einen USB-Anschluss, mehr nicht. 

Leider sind keine analogen Audio-Anschlüsse vorhanden Leider sind keine analogen Audio-Anschlüsse vorhanden

Als kleines Extra ist zu alldem eine Bluetooth-Audioübertragung gegeben: Das ist besonders praktisch, wenn man zu Hause statt über die Lautsprecher via Bluetooth-Kopfhörer Musik oder Filme hören möchte. Die Rede ist von LDAC, einer Sony-Technik, mit der gleichzeitiges Audiostreaming über Bluetooth und HDMI möglich ist. Was beim 4K-Blu-ray-Player ebenfalls überrascht: Die 3D-Fähigkeit bei den Standard-Blu-ray-Scheiben hat man hier im Gegensatz zu den neuen 4K-Fernsehern noch nicht wegrationalisiert. Wer also noch eine grosse Sammlung an 3D-Discs aus der Blu-ray-Welt hortet, wird die Scheiben mit einem kompatiblen TV und entsprechenden Polfilter- oder Shutter-Brillen weiterhin abspielen können. Bei den 4K-Disc gibt es den Standard bekanntlich nicht mehr. 

Nächste Seite: Bildqualität

Bildqualität 

Wir haben uns mehrere 4K-Blu-rays und auch diverse ältere Formate angeschaut. Natürlich haben wir uns auch den mitgelieferten Film «Inferno» und beispielsweise «Mad Max: Fury Road» zu Gemüte geführt. Den Mad-Max-Film kramen wir immer wieder mal aus der Schublade, obwohl er nicht nativ in 4K aufgezeichnet wurde: Man erkennt aufgrund der vielen Explosionen sehr schnell, wie gut HDR-Material je nach TV und Player zum Ausdruck kommt. Das Ergebnis hat uns überzeugt. Die Farben waren optimal ausbalanciert und es kam aufgrund der schnellen Abtastung nie zu Rucklern. Tatsächlich hatten wir auch schon Player in Betrieb, die beim Abspielen von 4K-Blu-rays den Zuschauer alle paar Minuten für einen Sekundenbruchteil warten liessen. Beim Sound können wir zum Deckenklang «Dolby Atmos» keine Angabe machen, da wir gerade kein solches System in unserer Testumgebung zur Verfügung hatten. Ebenfalls nicht zum HDR-Konkurrenzformat Dolby Vision: Allerdings aus dem Grund, weil es vom Player tatsächlich nicht unterstützt wird. Wie es scheint, ist dieser Standard erst wenigen, teureren Abspielgeräten vorbehalten.     

Alle wichtigen Bedienfunktionen vorhanden

Was wir gut finden: Der Sony-Player hält einen zusätzlichen Video-Equalizer über die Optionstaste bereit. Hierüber kann man für Ultra-HD-HDR-Blu-rays aus drei weiteren Kontrastbereichen auswählen und erwartungsgemäss auch Helligkeit, Farbton und Kontrast manuell anpassen.

Die Fernbedienung des UBP-X800 Die Fernbedienung des UBP-X800 © Sony

Die Werkseinstellungen waren für Sony-typische Verhältnisse gut vorkonfiguriert. Die Ersteinrichtung über das schlanke Betriebssystem dauerte gut zehn Minuten. Man lädt am besten zuerst direkt übers Internet (WLAN oder LAN) die neuste Firmware herunter. Das stark abgespeckte, kachelartige Menü hat nicht viel mit Android-TV am Hut, obwohl die Fernbedienung sehr dem Konzept der Sony-Bravia-Fernseher nachempfunden ist. Sogar die fast schon obligate Netflix-Taste gibt es hier auch. Ausserdem ist der typische Ring mit der Action-Taste und dem Home-Button vorhanden. Ansonsten gefällt an der leichten Fernbedienung die Beschränkung aufs Wesentliche.

Trotzdem fehlen keine zentralen Elemente wie Tonspurwechsel, Bildmodi und Funktionen wie Pan&Tilt/Letterbox und so weiter. Für die Preisklasse des Players hätte man allerdings ein bisschen mehr bei der Materialverarbeitung erwarten können. Bei einigen TV-Modellen setzt Sony schliesslich auch auf ein etwas schweres Aluminium, was jedoch die ganze Fernbedienung wieder fingerabdruckanfälliger machen würde. Alternativ lässt sich der Player wie bei der Sony-Bravia-TV-Serie auch mit der App «Video & TV SlideShow» per Smartphone bedienen.

Fazit

Wenn Sie schon in ein gutes TV-Setup investiert haben, ist der Sony UBP-X800 definitiv eine Kaufempfehlung. Das Bild war im Test gestochen scharf und farblich gut ausbalanciert. Ausserdem war auch der Klang sehr gut. Einzig schade: Dolby Vision wird hier nicht unterstützt. Wenn Sie einen absoluten High-End-Fernseher wie Sonys Bravia A1 OLED Ihr Eigen nennen, kann es sich lohnen, noch ein wenig zu warten.

Sony UBP-X800

Positiv:
Bildqualität, Bedienung, Funktionen
Negativ:
Kein Dolby Vision, Regionssperre bei DVDs/BDs
Details:
Ultra-HD-Player, 2 x HDMI 2.0, 1 x USB, LAN, WLAN, Bluetooth, HDR, 4K-Upscaling, Dolby Atmos, DTS: X, True HD Decoding (7.1), High-Resolution Audio, Fernbedienung, 2 Jahre Garantie
Strassenpreis:
Fr. 319.–
Info:
Sony.ch
PCtipp-Bewertung:
4.5 Sterne

Leserwertung

Gut: 50%
Mittel: 37.5%
Schlecht: 12.5%