Kurztest Wiko WIM

Wikos erster Versuch, die obere Mittelklasse zu erobern, klappt noch nicht ganz.

von Luca Diggelmann 16.10.2017

Wiko will mit dem WIM in die obere Mittelklasse einsteigen Wiko will mit dem WIM in die obere Mittelklasse einsteigen © Wiko

Mit dem WIM (oder WiM) will der französische Smartphone-Hersteller Wiko in der oberen Mittelklasse mitspielen. Der bisher hauptsächlich für Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones bekannte Anbieter tut sich jedoch noch ein wenig schwer, wenn es in Richtung Premium-Smartphones geht. Vor einigen Jahren hätte das WIM durchaus einen starken Eindruck gemacht. Die Ansprüche für Smartphones um 400 Franken sind jedoch stark angestiegen. Das nicht zuletzt wegen Herstellern wie Samsung oder Huawei, die in der oberen Mittelklasse mit exzellenten Geräten aufwarten.

Die Rückseite des WIM ist ganz schön heikel Die Rückseite des WIM ist ganz schön heikel © PCtipp
Leistungsmässig steht das WIM der Konkurrenz nicht gross nach. Die Bedienung geht etwa gleich flüssig von der Hand wie bei einem Galaxy A5 (2017) oder einem Honor 9. Die 4 GB RAM und 64 GB Nutzspeicher sind für die Preisklasse sehr gut. Wenn es Ihnen rein um die Leistung des Geräts geht, ist das Wiko WIM durchaus eine gute Option. Wo das WIM jedoch Federn lassen muss, ist beim Äusseren und bei der Ausstattung.

Anders als viele aktuelle Geräte der gleichen Preisklasse, die teurer aussehen, als sie sind, wirkt das WIM eher etwas günstiger als sein eigentlicher Kaufpreis. Vor allem die Rückseite kann nicht wirklich überzeugen. Über den schicken Aluminium-Unibody ist eine Glasschicht gelegt, die dem gesamten Gerät einen Plastik-Look gibt. Zudem ist die Glasschicht ein regelrechter Fingerabdruckmagnet.

Beim Setup darf man sich erst einmal durch Dutzende Screens durchtippen Beim Setup darf man sich erst einmal durch Dutzende Screens durchtippen © Screenshot / PCtipp
Bei der Ausstattung sieht es ähnlich aus. Die stark beworbene Kamera kann knapp mit den direkten Konkurrenten mithalten, aber nicht wirklich überzeugen. Dazu verbaut Wiko noch einen USB-B-Anschluss, dessen Zeit 2017 wirklich abgelaufen sein sollte. Merkwürdig ist auch die vorinstallierte Wiko-Software. Schon bei der Installation versucht diese, durch obskure Menüführungen an Daten zu kommen und spammt den Nutzer gerne mit Erinnerungen an Registrierungen zu. Dazu ein paar Auffälligkeiten wie die Kamera-App, die insistiert, Telefonanrufe verwalten zu wollen. Fertig ist der etwas verschrobene Gesamteindruck.

Fazit

Keine Frage: Der Markt für Mittelklasse-Smartphones hat eine Zukunft. Und gerade in der Schweiz dürfte die obere Mittelklasse ausgezeichnet ankommen. Um wirklich aufzufallen, muss man sich als Hersteller aber etwas einfallen lassen. Wiko hat das mit dem WIM nicht geschafft. Das WIM ist durchgehend unauffällig und kann sich in keiner Form von der Konkurrenz abheben. Dabei wäre das WIM nicht einmal ein schlechtes Smartphone. Wer bereits ein Auge auf das Gerät geworfen hat und mit der Konkurrenz nichts anfangen kann, darf hier getrost zugreifen. Auf den gesamten Markt betrachtet, bietet das WIM aber eher wenig.

Wiko WIM

Positiv:
Ordentliche Leistung, Metallrahmen, Speicher
Negativ:
USB-B, mässige Kamera, Software
Details:
5,5-Zoll-Display, 1920 x 1080 Pixel, Qualcomm Snapdragon 626, 4 GB RAM, 64 GB Nutzspeicher, USB-B-Anschluss
Strassenpreis:
Fr. 399.–
Info:
wikomobile.com
PCtipp-Bewertung:
4 Sterne

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