Im Test: Sony Xperia XZ2

Sony hat ein neues «Familienoberhaupt». Vermag das XZ2 mit den anderen Top-Smartphones mitzuhalten? PCtipp hat den Check gemacht.

von Florian Bodoky 14.05.2018

Längliche Form: das Xperia XZ2 Längliche Form: das Xperia XZ2 © Sony

Im Rahmen der CES anfangs dieses Jahres hat Sony seine neuste Smartphone-Generation vorgestellt, die auf den Namen Xperia XZ2 hört. Eine erste grosse Überraschung erleben wir im Rahmen des Tests bereits beim Öffnen der Verpackung: Sony hat sich, gefühlt nach einigen Jahrzehnten, vom rechteckigen, scharfkantigen und etwas klobigen Design losgesagt. 

Auch die breiten Ränder, denen die Japaner entgegen jedem Trend bisher treu geblieben waren, sind Geschichte. Stattdessen finden wir abgerundete Ecken und schmalere Panels über und unter dem Display vor. Alles ist komplett in Glas gehalten. Auf der Rückseite hat man sich für ein Gorillaglas mit Hochglanzlegierung entschieden. Das sieht schick aus, ist allerdings anfällig für Fingerabdrücke.

Interessant: Die gesamte Rückseite ist leicht konvex und erinnert vom Aussehen her ein wenig an alte Lumia-Zeiten – entsprechend lässt das Gerät auf glatten Oberflächen etwas Grip vermissen. Wie immer ist das SIM- und MicroSD-Fach normal mit dem Finger zu öffnen und benötigt keinen Tray-Opener. Zudem springt Sony diesmal auf den Trend auf und verzichtet auf einen Klinken-Port.

Akku und Display überzeugen

Beim Starten stellten wir fest, dass der rückseitig und zentriert angebrachte Fingerprint-Reader auf gleicher Linie wie die Kamera ist. Und obwohl ein gewisser Zwischenraum da ist (anders als z.B. beim Samsung Galaxy S8), haben wir am Anfang einige Male auf die Linse getippt. Das legt sich aber schnell. Eine Stärke des Geräts ist das Display. Die sogenannte FHD+-Auflösung (2160 × 1080 Pixel) sorgt für ein gestochen scharfes Bild auf dem 5,7-Zoll-Display. Auch bei viel Gegenlicht sind die Helligkeitsstufen, die Sony hier anbietet, locker ausreichend. 

Durch das ungewohnte 18:9-Format wirkt das Gerät etwas lang, ist mit durchschnittlich grossen Händen dennoch gut zu bedienen. Bei Problemen diesbezüglich hat Sony vorgesorgt: Es gibt den One-Hand-Mode, der sich mit einem Streichen über die untere Software-Seite aktivieren lässt. 

Die Bedienung funktioniert schnell und ohne den geringsten Ruckler. Sony hat seinem Juwel einen Snapdragon 845 spendiert. Gemäss Hersteller soll dies die Rechenleistung des Geräts gegenüber seinem Vorgänger um rund einen Drittel steigern und die Akkueffizienz um 20 Prozent. Zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher wird man mittelfristig also sicher keine Performance-Probleme haben. 

Apropos Akku – auch dieser überzeugte im Performance-Test: Mit seinen 3180 mAh hielt er rund 11 Stunden durch. Dafür dauerte das «schnelle» Laden verhältnismässig lange. Rund drei Stunden brauchte das Quick-Charge-Kabel samt Netzteil für eine komplette Aufladung. Allerdings unterstützt das XZ2 kabelloses Laden, was für die etwas schwache Performance des Quick Charge entschädigt. 

Fortschritte gegenüber dem Vorgänger stellten wir auch im Bereich Fotoqualität fest: Mit 19 Megapixeln löst die Kamera auf, was ein bisschen Zoom erlaubt, ohne gleich die Details zu ruinieren. Auf einen Bildstabilisator vom Schlage eines Huawei P20 verzichtet Sony allerdings. Die Frontkamera verfügt über 5 Megapixel. Die Kamera ermöglicht derweil Videos in HDR sowie 4K und hat auch einen Super-Zeitlupen-Modus in petto. Entscheidet man sich für HDR oder 4K, filmt die Kamera mit 24 fps (HDR) und 30 fps (4K). 

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Spielereien gehören dazu

Wie üblich hat Sony auch im neuen Familienzuwachs einige Spielereien eingebaut. Da wäre der altbekannte 3D-Scanner, der bereits im Vorgängermodell zum Einsatz kam. Damit kann man das Gesicht scannen und so eine virtuelle Figur erschaffen. Neu geht das auch mit der Frontcam. Weiter gibts noch das sogenannte Dynamic Vibration System, das z.B. in Filmen auf Wunsch in speziellen Momenten vibriert. Wir wissen nicht genau, wie der geneigte Sony-User derlei Zusätze einstuft, wir empfinden es eher als unnötiges «Chichi».

Einmal mehr kann das Gerät aber musikalisch überzeugen. Die Lautsprecher bieten anständigen Surroundsound und klingen nie blechern oder schwachbrüstig. 

Fazit

Mit dem XZ2 geht Sony vor allem designtechnisch neue Wege. Das Gerät kann Hardware- und Software-seitig grösstenteils überzeugen. Ob das ungewöhnliche Design und die (dennoch vorhandenen) Ränder sich durchsetzen können, bleibt abzuwarten.

Sony Xperia XZ2

Positiv:
Akku, Display, kabelloses Laden
Negativ:
schwache Videofunktion
Details:
5,7-Zoll-Screen (2160 × 1080 Pixel), Android 8.0, 64 GB, 4 GB RAM, Qualcomm Snapdragon 845, 19-Mpx-Rückkamera, 5-Mpx-Frontkamera
Strassenpreis:
Fr. 799.–
Info:
www.sony.ch
PCtipp-Bewertung:
4.5 Sterne

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