Im Test: HP Envy All-in-One 27-b160nz

Der High-Class-AIO im PCtipp-Test. Wie hochklassig ist das Gerät?

von Florian Bodoky 08.02.2017

Platz sparen, wenig Kabel und dennoch ein voll leistungsfähiger Computer sein: Das ist der Anspruch von All-in-One-Geräten. Apple setzt mit seinen iMacs schon länger auf dieses Prinzip, auch Microsoft hat das Surface Studio angekündigt – aber HP ist beinah schon ein Veteran in Sachen All-in-One. Nun haben die Kalifornier Ende 2016 die Envy-Serie erweitert und ein neues 27-Zoll grosses All-In-One-Gerät lanciert.

Die Front ist mit Schaumgummi bespannt Die Front ist mit Schaumgummi bespannt © HP

Dieses wirkt wie aus einem Stück gefräst, so sind sowohl der Bildschirm als auch der Stellfuss komplett in Aluminium gehalten. Lediglich der vordere Teil des Stellfusses, der die Boxen beherbergt, ist mit Schaumgummi bespannt. Die Ecken des Gerätes sind kantig, aber nicht scharf. Dadurch wirkt der PC eher wie ein Designer-Möbelstück als ein Computer. Der Rechner selber befindet sich im kaum 2 Zentimeter hohen Stellfuss. Das Verbindungsstück zwischen Bildschirm und Stellfuss ist massiv und wird am Bildschirm-Ende durch ein Gelenk ergänzt, das es ermöglicht, den Bildschirm zu drehen (5 Grad nach vorne, 35 Grad nach hinten). Zur Bedienung des Geräts spendiert HP noch eine Infrarotmaus und -tastatur. Ergänzend dazu lässt sich der HP Envy auch per Hand steuern, es handelt sich dabei nämlich um einen Touchscreen mit IPS-Panel und der ungewöhnlichen Auflösung von 2560x1440 Pixel. Dieser reagierte sehr schnell und empfindlich auf unsere Handgesten, energisches Drücken entfällt also. Auch das Bild, obwohl nicht 4k, war stark: auch eine Beleuchtung von 30 Prozent genügte zum normalen Arbeiten in dunklen Verhältnissen. Die Farbsättigung wusste ebenfalls zu gefallen.

Die Front des schmalen Stellfusses ist wie beschrieben mit einer Schaumgummischicht bespannt. Seitlich und an der Rückseite finden sich ein SD-Card-Slot sowie 4 USB-, 1 USB-C und ein HDMI-Anschluss. Für die Kabelfreaks gibts auch einen RJ-45-Anschluss mit Gigabit-Unterstützung. Was beim Einrichten auch sogleich auffiel: Die altbekannten USB-A-Anschlüsse sind allesamt auf der Rückseite verbaut, was je nach Position des Geräts durchaus mühsam sein kann. So zum Beispiel, wenn man bevorzugt auf kabelgebundene Peripherie setzt oder einen Speicherstick benutzen möchte. Lustig: Die Webcam ist in einem separaten Modul verbaut, welches oben auf dem Bildschirm sitzt (siehe Bild). Diese kann bei Nichtgebrauch einfach in den Screen selber reingedrückt werden. Dank einer Feder lässt sie sich auf die gleiche Weise, also mit Druck auf das Modul, wieder aus der Versenkung holen.

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Die Hardware unter der Lupe

Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach, wie es die Bauweise des Gerätes vorsieht. Das Netzteil an den PC angeschlossen – fertig. Denn dank WLAN-AC-Unterstützung sowie mitgelieferter Infrarot-Peripherie benötigt man ansonsten keine Kabel. Sowohl Installation als auch das Aufstarten des Geräts dauert einen buchstäblichen Augenblick – kaum 2 Sekunden konnten wir messen. Ein Blick auf die verbaute Hardware macht klar, warum das so ist. Neben einem Core i5 (wahlweise auch i7) Prozessor der 7. Generation (2,9 GHz), verbaut HP satte 16 Gigabyte RAM, ein 256 GB SSD und eine 1-TB-SATA-Festplatte ein. Auch der altbekannte Pferdefuss bei Komplett-Systemen, die schwachbrüstige Grafikkarte, entfällt hier. Mit der GeForce GTX 950M geht man zwar einen kleinen Kompromiss ein, ist aber mit 4 GB Grafikspeicher noch deutlich über der Leistung einer normalen Office-Karte. Ausserdem hätte eine voll ausgestattete GeForce ohnehin keinen Platz im Gehäuse. Wo der Name Nvidia erklingt, ist die Frage nach dem Gaming nicht weit. Also, der HP Envy ist absolut Gaming-tauglich, selbst bei aktuellen Titeln. Es sei jedoch angeraten, bei Toptiteln die Details auf «niedrig» zu stellen, möchte man denn mit einer brauchbaren Framerate spielen.

Der Screen lässt sich bewegen Der Screen lässt sich bewegen © HP

Sehr gefallen haben uns die 4 Speaker, welche auch im Stellfuss untergebracht wurden. Gemäss HP sind diese in einem 45-Grad-Winkel auf den User ausgerichtet, was sich im Praxis-Test auch bemerkbar macht. Sie sind laut und unterstützen auch stark Bass-lastige Stücke ohne zu klirren. Die Steuerung funktioniert wahlweise über das Betriebssystem oder aber durch die kreisrunde Absenkung im Stellfuss. Das Drehen im Uhrzeigersinn erhöht sich die Lautstärke, gegen den Uhrzeigersinn zu drehen beruhigt die Nerven der Nachbaren wieder.

Fazit

Das HP Envy 27 ist ein fabelhaftes Gerät ohne nennenswerte Schwächen. Dazu stimmt auch der Preis. Zu bemängeln gibts lediglich Kleinigkeiten, wie die etwas unglückliche Positionierung der USB-Ports. Kleiner Gratis-Tipp: Schmeissen Sie Ihre Tastatur und Maus noch nicht gleich weg. Die Verarbeitung der mitgelieferten Geräte, insbesondere der Maus, hat nicht restlos überzeugt.

HP Envy All-in-One 27-b160nz

Positiv:
Verarbeitung, Performance, Display
Negativ:
Positionierung der Ports, mitgelieferte Peripherie
Details:
Intel Core i5 2,9 GHz, 16 GB RAM, Nvidia GeForce GTX 950M, 256 GB SSD, 1TB HDD
Strassenpreis:
Ab Fr. 1798.–
Info:
www.digitec.ch/de/s1/product/hp-envy-27-b160nz-27-intel-core-i5-7400t-8gb-ssd-hdd-pc-6065637
PCtipp-Bewertung:
5 Sterne

Leserwertung

Gut: 83.3%
Mittel: 8.3%
Schlecht: 8.3%