High-End-Maus: Logitech MX Master 2S im Test

Ein Agent in doppelter Mission: Logitechs MX Master 2S mausert sich zum flinken Profi-Mäuserich für Windows und Mac im Parallelbetrieb.

von Simon Gröflin 20.06.2017

Wer eine Wireless-Maus mit besonders schickem Design und guter Handauflage sucht, wird bei der Logitech Flow MX Master 2S fündig. Es gibt aber noch ein kleines Extra, das vor allem Anwender freuen dürfte, die mehrere Rechner vor sich haben oder mit Windows und Mac gleichzeitig arbeiten. Im Zusammenspiel mit der «Options»-Software von Logitech lässt sich ein Feature namens «Flow» einschalten, mit dem man im Handumdrehen bis zu drei Computer gleichzeitig bedienen kann. Im Test funktionierte das nahezu perfekt. Doch zuerst ein paar Eindrücke zur Maus. 

Die MX Master 2S lässt die Bedienung auf mehrerern Bildschirmen zu Die MX Master 2S lässt die Bedienung auf mehrerern Bildschirmen zu © Logitech

Gleich gut wie vorher

Zum Bedienkomfort: Eigentlich müssen wir über die Haptik und das Design der Logitech MX Master 2S nicht viel Neues erzählen. Wir haben damals auch die beiden Vorgängerprodukte, die MX Anywhere 2 und die MX Master getestet. Von der kleinen Variante für mobile Rechner hat es mit der Anywhere 2S übrigens ebenfalls einen Nachfolger gegeben (Test folgt). Die neue MX Master 2S unterschiedet sich in der Grundausstattung fast gar nicht vom Vorgänger. Die Rechtshänder-Maus liegt gut in der Hand und bietet dem Daumen eine optimale Stützablage. Die seitliche Gross-Taste unterhalb des Seiten-Scrollrads, in dessen Nähe sich auch zwei leicht unhandliche Vorwärts- und Zurücktasten befinden, fungiert hauptsächlich als Drücker für die Mac-Gestensteuerung (Mission Control).  

Ein griffiger Zeitgenosse: Logitechs MX Master 2S Ein griffiger Zeitgenosse: Logitechs MX Master 2S © Logitech

Das Hauptrad funktioniert wie ein normales Mausrad, das sich wie bei der 2015er-Version sowohl als frei drehendes oder klickendes Rad einsetzen lässt. Noch besser: Das obere Rädchen passt sich sogar dem Scrollverhalten des Nutzers an. Schubst man es nur leicht an, rastet es ein und «klickt», wenn man sanft weiterscrollt. Ein kräftiger Fingerstoss lässt es schon fast wie ein Windrad davonsausen und man kann dadurch noch schneller durch die Seiten scrollen. Darüber hinaus gibt es in der Nähe des Daumens ein seitliches Rädchen, mit dem man sich horizontal durch die Dokumente bewegen kann.

Aufgeladen wird der Mäuserich durch ein Micro-USB-Kabel, und das recht schnell. Im Notfall ist das Peripherigegerät in wenigen Minuten über eine normale USB-Notebook-Verbindung wieder voll geladen! Die Batterie soll angeblich sogar nach jedem USB-Ladevorgang für einen unterbrechungsfreien Betrieb von bis zu 70 Tagen ausreichen. Ganz testen konnten wir das aufgrund der langen Zeit nicht. Die praktische, dreistufige Batterieanzeige findet man übrigens wieder links unter den Seitenknöpfen. 

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Im Flow sein

Warum man die maximale DPI-Anzahl auf 4000 Erkennungspunkte angehoben habe, war eine unserer Fragen an Logitech an einem Vorab-Briefing. Offensichtlich nicht, um die Maus spieletauglicher zu machen, sondern primär, um einen guten Bedienkomfort auf höher auflösenden Bildschirmen (4K, 5K) bieten zu können. Hier gibt es auch nichts einzuwenden, weil man das schliesslich von einer Profi-Maus auch erwarten darf. Lobenswert: Im Parallelbetrieb mit mehreren Bildschirmauflösungen reagierte der Cursor tatsächlich immer sehr schnell und präzise. Die Logitech MX Master 2S kann sowohl über den drahtlosen Micro-USB-Unifying-Empfänger als auch über Bluetooth bedient werden. Mit der «Flow»-Funktion, einer Erweiterung von Logitechs «Options»-Software, gesellt sich eine Hauptneuerung dazu, mit der man nun bis zu drei PCs über Bluetooth oder Unifying-Dongle bedienen kann, ohne dass man ständig auf einen Wechselschalter drücken muss. Physisch ist dieser übrigens nach wie vor auf der Unterseite vorhanden und erlaubt es, jederzeit zwischen drei Setups zu wechseln. Das ergibt in der Praxis etwa dann Sinn, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt und zu Hause mit der gleichen Maus einen anderen Rechner bedient. Zurück zum Flow-Feature, das per se nicht eine völlige Software-Revolution ist, aber erstaunlich gut funktioniert.

Mit der «Flow»-Funktion erweitern Sie die Arbeitsfläche auf zwei oder drei PCs Mit der «Flow»-Funktion erweitern Sie die Arbeitsfläche auf zwei oder drei PCs © Logitech

Bluetooth-Gezicke

Steht der Bildschirm des MacBook neben dem Display eines Surface Pro 4, erkennt die Software automatisch, wann der Mauszeiger den Bildschirmrand verlässt und zum nächsten Bildschirm wandert. Gelangt man beim Windows-Recher an den linken Bildschirmrand, dauert es nur ein paar Millisekunden und man befindet sich – auf selber Höhe – auf dem Bildschirm des MacBooks. Im Bedienpanel der Logitech-Software lassen sich zusätzliche Anpassungen der Zonen vornehmen, um für einen schnelleren Wechsel auch die Ecken der beiden Desktop-Anzeigen zu umschiffen. Mit dem Empfänger wurde die Maus problemlos unter Windows 7 bzw. Windows 10 und unter macOS Sierra erkannt. Über Bluetooth meckerte ein älteres MacBook (2011) über den sogenannten «Bluetooth Smart»-Standard, den es nicht zu erkennen vermochte. Ein Surface Pro 4 dagegen bewerkstelligte die Bluetooth-Einrichtung problemlos. Kompliziert wirds aber im Business-Umfeld schnell. Hat man nun beispielsweise ein älteres MacBook vor sich und einen stationären Office-Rechner, den man höchstens über den USB-Empfänger ansteuern kann, sind die Möglichkeiten mit dem einen Dongle bereits ausgeschöpft. Erschwerend kommt dazu, dass die beiden Rechner sich im selben WLAN befinden müssen. Nicht immer ein einfaches Unterfangen in Unternehmensnetzwerken. Weniger ein Problem ist es, wenn man unterwegs auf zwei Geräte im selben WLAN zugreifen möchte: In diesem Fall eröffnet man bloss mit dem Smartphone einen WLAN-Hotspot.

Auch seitlich gibts ein Scrollrad und die Mac-Funktion «Mission Control» auf Knopfdruck Auch seitlich gibts ein Scrollrad und die Mac-Funktion «Mission Control» auf Knopfdruck © Logitech

Ein spassiges Extra ist das plattformübergreifende Copy&Paste Feature, das ein wenig an Apples AirDrop erinnert. Man kann dank der Software auch mal schnell kleine Dateien wie JPGs oder PDFs übers WLAN zwischen Apple- und Windows-Computer hin- und herschieben. Im Test hat das selbst mit Ordnern aus dem Windows-Explorer geklappt. Praktisch, um vor allem mal schnell ein paar PDF- oder Bild-Dateien zu verschieben, mehr nicht. Bei grösseren Dateimengen wirds dann schnell ein wenig langsam.

Fazit

Die Logitech MX Master 2S, die es in verschiedenen Farben gibt, ist eine fantastische Maus, die sich sehr gut anfühlt. Das Flow-Feature ist ein nettes Extra, obwohl die Konfiguration je nach Umgebung ein wenig umständlich sein kann. Wer jedoch zu Hause und unterwegs oft mit mehreren Rechnern unterwegs ist, wird an der MX Master 2S Spass haben. Die Verarbeitung ist dem Vorgängerniveau treu geblieben. Daran gibts für knapp 90 Franken nach wie vor nichts zu rütteln.

Logitech MX Master 2S

Positiv:
Software, Scrollräder, Ergonomie, Verarbeitung
Negativ:
Seitentasten etwas klein
Details:
Gestenfunktionen, smartes Scrollrad + horizontales Scrollrad, 6 programmierbare Tasten, 70 Tage Akkulaufzeit, Bluetooth & Bluetooth Smart, DPI einstellbar, Darkfield-Laser, Schnellwechsel für bis zu 3 Geräte, 126 x 85,7 x 48,4 mm, 145 g
Strassenpreis:
Fr. 89.70
Info:
www.logitech.com/de-ch
PCtipp-Bewertung:
5 Sterne

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