Sind Sie betroffen? 70'000 Logindaten gestohlen

Melani warnt die Schweizer Bevölkerung vor einem grösseren Datenklau. Anonym wurde der Meldestelle eine Liste mit 70'000 Logins und Passwörtern gesteckt.

von Jens Stark 05.12.2017 (Letztes Update: 05.12.2017)

Der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) wurden einmal mehr von vertraulicher Quelle rund 70'000 Zugangsdaten zu Internet-Diensten gemeldet. Allerdings will die Meldestelle keine genaueren Angaben machen, welche Dienste betroffen sind.

Nur so viel verrät Melani: In vielen Fällen bestehe der Benutzername der betroffenen Zugangsdaten aus der E-Mail-Adresse. Da viele Internet-User bei Logins für verschiedene Onlineportale dasselbe Passwort verwenden, könnten Täter auf einfache Weise, diese Zugangsdaten für illegale Zwecke (Betrug, Erpressung, Phishing usw.) missbrauchen.

Checktool zur Überprüfung

Um zu prüfen, ob eine E-Mail-Adresse respektive ein Benutzername in der Liste vorhanden ist, hat Melani auch bei diesem Zugangsdatenklau ein Checktool zur Verfügung gestellt. Das Tool kann aufgerufen werden unter: https://www.checktool.ch.

Für die Überprüfung ist nur die Eingabe der E-Mail-Adresse respektive des Benutzernamens notwendig. Diese Angaben würden nicht im Klartext an Melani übermittelt und auch nicht gespeichert, verspricht die Dienststelle.

Melani rät Personen und Unternehmen, diesen Check durchzuführen. Sollte ein Konto betroffen sein, gibt das Checktool laut Melani eine entsprechende Meldung aus. In diesem Fall sollte umgehend das Passwort sämtlicher Onlinekonten, die mit der betroffenen E-Mail-Adresse respektive dem Benutzernamen verknüpft sind (E-Mail-Konto, Online-Shops, E-Banking, soziale Medien etc.), geändert werden.

Update:

Auf Anfrage von PCtipp teilte die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes mit, dass im Datensatz zwar .ch-Adressen vorhanden seien, dies aber nicht zwingend heissen müsse, dass diese auch von Schweizerinnen und Schweizern genutzt würden. Darüber hinaus handle es sich bei einem Teil der Adressen um sehr alte Daten, die zum Teil bereits im letzten von Melani bekannt gemachten Datensatz enthalten waren. Die Bundesstelle hat laut eigenen Angaben auch eine Vermutung, wie die Daten entwendet wurden – dazu wolle sie sich aber grundsätzlich nicht äussern. 

23 häufig genutzte Passwörter (kein Witz)