SBB wollen anonymen SwissPass bringen

Klagen von Kunden und dem Datenschutzbeauftragten zeigen offenbar Wirkung: Die SBB wollen eine anonyme Variante des SwissPass anbieten.

von Jens Stark 12.10.2017

Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr der SBB, verspricht einen anonymen SwissPass Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr der SBB, verspricht einen anonymen SwissPass © SBB

Die SBB planen offenbar, einen anonymen SwissPass einzuführen. Dies sagte Jeannine Pilloud, Leiterin des SBB-Personenverkehrs, in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger (Artikel kostenpflichtig). Das Projekt stehe in der «frühen Phase der Evaluation», so Pilloud. Auf einen Zeitpunkt der Einführung konnte sich die SBB-Managerin aber nicht festlegen. Zuerst müssten alle 244 ÖV-Anbieter die Voraussetzungen schaffen, meinte sie gegenüber dem Tagi. Das Blatt rechnet sodann, unter Berufung auf Beobachter, mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren.

Hintergrund: In Zukunft sollen nicht nur Abos, sondern auch elektronische Einzelbillette auf dem SwissPass hinterlegt werden können. Damit würden die beteiligten ÖV-Betriebe die Strecken der Passagiere erfahren. Und die Privatsphäre der ÖV-Benutzer wird noch mehr beeinträchtigt.

Schon bei der Einführung des SwissPass wurde der mangelnde Datenschutz der Karte kritisiert. Damals monierte beispielsweise der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger, dass die SBB personenbezogene Kontrolldaten sammelten, «ohne über eine gesetzliche Grundlage zu verfügen».