Neuer WLAN-Standard soll für Mesh-Kompatibilität unter Routern sorgen

Seit Jahren bringen Hersteller zahlreiche Mesh-Router-Systeme auf den Markt, welche die Netzwerkabdeckung verbessern. Das Problem: Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen.

von Simon Gröflin 15.05.2018

Ob die Router-Hersteller bei einer neuen Initiative der Wi-Fi Alliance so freimütig mitmachen wollen, ist noch fraglich. So soll der neue Standard «EasyMesh» für Interoperabilität unter den Mesh-Routern sorgen. Kunden müssten dann bei einem gemeinsamen Mesh nicht mehr zwingend alle Router bei demselben Hersteller kaufen, sondern könnten verschiedene Lösungen einsetzen. Anders als WLAN-Repeater, mit denen man lediglich die Signalreichweite eines typischen WLAN-Routers verbessert, können sogenannte «Mesh»-WLAN-Router im Verbund mit zwei oder drei weiteren Geräten ein flächendeckendes Netzwerk unter Beibehaltung der vollen WLAN-Geschwindigkeit aufbauen. Der Haken: Die modernen Funk-Router können zwar einzeln verwendet werden, entfalten aber ihren vollen Funktionsumfang nur im Set mit mehreren WLAN-Routern derselben Marke – und die wollen die Hersteller ihren Kunden natürlich am liebsten im Set verkaufen. 

Bei «EasyMesh» sollen alle Mesh-Router miteinander kommunizieren können Bei «EasyMesh» sollen alle Mesh-Router miteinander kommunizieren können © Asus

Eine Frage der Zeit

EasyMesh zielt aber nur auf das Handshake-Verfahren zwischen den Routern. Die Obhut über die genutzten Bänder und die jeweils unterstützte Geschwindigkeit sowie die Priorisierung wird weiterhin dem jeweiligen Gerätehersteller überlassen. Bislang hat aber noch kein Hersteller angekündigt, bei EasyMesh mitzumachen. Eigentlich wäre es im Sinne der Provider und Hersteller, wenn mehr Geräte verkauft werden könnten. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis mehr Verbraucher sich Mesh-WLAN-Hardware zulegen und dadurch auch mehr Hersteller folgen.