Künstliche Intelligenz entwickelt neue Doom-Levels

Wird KI bald den Game Designern unter die Arme greifen?

von Simon Gröflin 09.05.2018

Das originale Doom für den PC erschien 1992. Enthalten war auch ein Level-Editor, mit dem man die Zombies und Levelsäulen wie aus einem Baukasten selber zusammenstellen konnte. Wohl nicht zuletzt auch, weil so viele Spielwelten frei im Netz verfügbar sind, wagen sich Forscher manchmal mit den verfügbaren Daten an interessante Experimente im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. So zum Beispiel die technische Universität in Mailand, die für Doom einen neuen Deep-Learning-Algorithmus trainiert hat. Nebst allen verfügbaren offiziellen Doom-Episoden griffen die Forscher auf 9000 Levels aus der Community zurück.

Das Kultspiel Doom (1992) hatte auch einen eigenen Level-Editor im Gepäck Das Kultspiel Doom (1992) hatte auch einen eigenen Level-Editor im Gepäck © Pinterest

Über 36'000 Durchläufe für einen spielbaren Level

Jede Map wurde dann in eine Reihe Bilder umgewandelt. Jedes Bild-Set entspricht dabei Haupteigenschaften wie Wänden, Höhe, Objekten und dem begehbaren Bereich. Dabei spielten auch Eckdaten wie numerische Vektoren mit Abmessungen und Anzahl der Räume eine Rolle. Entstanden sind daraus zwei gegnerische neuronale Netzwerke («Generative Adversarial Networks»). Das erste Netzwerk ist für die Kreation neuer Spielewelten verantwortlich und das zweite bewertet diese. Dabei versucht das erste Netzwerk, bewusst schlechte Welten zu erschaffen, damit das andere Netzwerk diese wieder korrigiert. Für einen ersten spielbaren Level mussten die KI-Sparringspartner aber insgesamt 36'000 Iterationen (Durchführungen) passieren. Die italienischen «Doom»-Forscher kommen zum Schluss, dass künstliche Intelligenz künftig auch die Arbeit von Spieleentwicklern erleichtern könnte.