Keine Windows-Updates mehr wegen Antiviren-Software

Die Anbieter von Antiviren-Software müssen in der Windows-Registry einen bestimmten Key setzen. Ansonsten verkeilen sich neuste Windows-Updates.

von Simon Gröflin 12.01.2018

Noch haben nicht alle Antiviren-Hersteller ihre Lösungen auf den neusten Stand gebracht. Im Zusammenhang mit den aktuellen Prozessorlücken Meltdown und Spectre wäre das aber zwingend. Laut einer Support-Seite von Microsoft erhalten sonst Kunden nicht die neusten Januar-2018-Sicherheits-Updates und werden auch nicht vor künftigen Security-Problemen geschützt, solange die AV-Software-Anbieter ihre eigene Sicherheitslösungen nicht aktualisieren. Dazu müssen diese seit Januar einen bestimmten Eintrag in der Windows-Registry vornehmen.

Die meisten AV-Lösungen sind auf dem neusten Stand

Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: Die meisten Antivirenhersteller dürften indessen ihre Lösungen rechtzeitig aufdatiert haben. Einige Hersteller wie Kaspersky oder Bitdefender waren fleissig und haben die Updates vorausgeschickt. Der Google-Sicherheitsexperte hat dazu eine Liste erstellt, welche Lösungen «up to date» sind. Die Übersicht erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die schlechte Nachricht: Wer tatsächlich von Problemen betroffen ist, kann entweder im Moment nur mittels Deaktivierung der genutzen AV-Software auf Microsofts eigene Lösung (Windows Defender) umschwenken oder auf ein Produkt eines anderen Herstellers ausweichen. Als bereits gepatchte Gratis-Lösung eignet sich alternativ etwa Avast. Es gibt auch weitere Gratis-Anbieter.

Microsoft macht aber auch klar, dass man die Sperre in der Registry ab einer gewissen Stabilität selber wieder aushebeln werde. Das wird spätestens dann der Fall sein, wenn die meisten Kunden nicht mehr von Abstürzen betroffen sind.