Ist TV-Werbung bald Pflicht?

UPC, Swisscom und Co. haben es seit Jahren im Programm: zeitversetztes Fernsehen mit Vorspulfunktion. Werbung könnte aber vielleicht bald schon nicht mehr überspringbar sein.

von Florian Bodoky 05.07.2018

Fernsehen, wann man will, ein Programm, das man sich selber aussucht – dass das möglich ist, wird heute gar nicht mehr thematisiert. Klassisches Fernsehen mit festen Zeiten und Werbeunterbrechungen ist schon fast ein Anachronismus. 

Das gefällt aber nicht allen, vor allem den werbefinanzierten Fernsehsendern ist es ein Dorn im Auge. Gemäss der Interessengemeinschaft Radio und Fernsehen (IRF) entgehen diesen nämlich über 100 Millionen Franken an Werbeeinnahmen – 60 bis 80 Prozent der Nutzer überspringen die Werbung nämlich.

Diese Interessengemeinschaft fordert deshalb, dass TV-Provider die Skip-Option nur noch bei Fernsehsendern anbieten, die vorgängig ihr Einverständnis gegeben haben. Mehr noch: Gemäss dem schweizerischen Konsumentenschutz stehe bereits ein Gesetz zur Diskussion, welches das sogenannte Replay TV stark einschränken will. Derzeit befinde es sich in der entsprechenden Nationalratskommission zur Ausarbeitung. 

Die IRF betont aber, nicht generell gegen Replay TV zu sein, sondern die zu geringen Ausgleichszahlungen der Provider an die TV-Sender zu beanstanden. Auf diese Weise seien werbefinanzierte Sender mittelfristig in ihrer Existenz bedroht.