«Insekten-Drohne» federt bei Wandaufprall ab

Forscher der ETH Lausanne haben eine Konzept-Drohne entwickelt, die sich an Insektenvorbildern orientiert. Das Ergebnis ist ein Prototyp, der im Fall einer Kollision nachgibt.

von Markus Steiner, pte 16.03.2017

Forscher der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) haben eine neuartige Drohne entwickelt, die aufgrund ihrer spezifischen Konstruktion auch heftigere Unfälle und Zusammenstösse ohne grössere Schäden übersteht. Die Konstrukteure haben sich beim Bau von Bienen oder Wespen inspirieren lassen. Diese Insekten haben Flügel, die dank eines speziellen Exoskeletts einerseits gerade hart genug sind, um ihnen gute Flugeigenschaften zu verleihen, aber andererseits auch flexibel genug, um beim harten Aufprallen den Druck abzufangen.

Insektenflügel als Lösung

«Wenn Sie eine Drohne lange genug steuern, ist es früher oder später sehr wahrscheinlich, dass Sie sie irgendwann einmal in ein Gebäude, eine Wand, einen Baum oder auf den Boden krachen lassen», zitiert «LiveScience» Stefano Mintchev, Projektmitarbeiter am Laboratory of Intelligent Systems des EPFL. Oft genug sei das Fluggerät danach kaputt und nicht mehr zu gebrauchen. «Fluginsekten wie Bienen oder Wespen stossen ständig gegen Pflanzen, Wände oder Fensterscheiben. Aber solange sie nicht zerquetscht werden oder vom Kühlergrill eines fahrenden Autos erschlagen werden, geht es ihnen gut», schildert der Wissenschaftler.

Genau deshalb haben sich Mintchev und seine Teamkollegen auch an Insektenvorbildern orientiert, um einen flexiblen, aber gleichzeitig auch besonders robusten Rahmen für Drohnen zu konstruieren. «Das Ergebnis ist ein Prototyp, der während des Fluges in der Luft steif bleibt, aber im Fall einer Kollision sicher nachgibt. Das ist die Lösung, die wir uns von Insektenflügeln abgeschaut haben. Wespen und Bienen wenden genau dieselbe interessante biomechanische Strategie an, um Verletzungen zu vermeiden», so der EPFL-Experte.

Quelle: Pressetext