Digitale Werbeplakate: So können Sie sie nutzen!

Digitale Werbeplakate haben sich an Bahnhöfen und im öffentlichen Verkehr längst durchgesetzt. So können Sie diese Werbeform auch in Ihrem Betrieb effizient nutzen.

von Beat Rüdt 13.06.2018

Digital Signage heissen die digitalen Werbeplakate, die landauf, landab immer mehr Verbreitung finden. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Plakaten ist klar: Dank Bewegtbild ziehen diese Plakate den Blick der Umstehenden auf sich. Ausserdem lassen sich auf derselben Fläche viel mehr Informationen vermitteln, weil man unterschiedliche Inhalte flexibel und abwechselnd einblenden kann. Die Technologie geht sogar noch einen Schritt weiter: Mit speziell entwickelten Kameras können Kunden erkannt und mit auf sie zugeschnittenen Angeboten verführt werden. Und wer Touchdisplays einsetzt, kann den ganzen Bestellprozess über Digital Signage abwickeln – so wie man das seit einiger Zeit in McDonald’s-Restaurants sieht. Aber bleiben wir bei den einfacheren Anwendungen, die sich auch für kleine und mittelgrosse Unternehmen eignen.

Dank Touchscreen lassen sich mit 
Digital Signage sogar Bestellungen abwickeln. Hier z.B. bei McDonald’s Dank Touchscreen lassen sich mit Digital Signage sogar Bestellungen abwickeln. Hier z.B. bei McDonald’s © Shutterstock/Turgaygundogdu; Eugenio Marong

Infos am Verkaufsort

Philips Public Display 32BDL4050D/00 Philips Public Display 32BDL4050D/00 © Philips

Digital Signage eignet sich für jedes Unternehmen, das Kunden in seinen Räumlichkeiten empfängt. Angefangen bei Hotels, die Gäste via Bildschirm über das Restaurantmenü und angebotene Aktivitäten informieren, über die Bäckerei, die auf Aktionen und neue Kreationen aufmerksam macht, oder den Kleiderladen, der die Kunden über die Produktionsbedingungen aufklärt, bis hin zum Restaurant, das Gäste persönlich begrüsst und auf Feiertagsmenüs hinweist, sowie Versicherungen, die neue Angebote bekannt machen. Jedes Unternehmen kann dank Zusatzinformationen seine Kundenbindung stärken und mit etwas Geschick zusätzliche Verkäufe generieren. Am besten funktioniert Digital Signage dort, wo die Kunden warten müssen – also am Empfang oder im Verkaufsraum, wo Personen anstehen, bis sie an der Reihe sind. Wer an solchen Orten interessante Inhalte produziert, profitiert gleich doppelt: Die gewünschte Botschaft wird vermittelt und wahrgenommen und den Wartenden wird nicht langweilig.

Die All-in-One-Lösung

Für den Betrieb eines digitalen Plakats braucht es nur drei Dinge:

  • einen geeigneten Bildschirm
  • einen Computer
  • eine Digital-Signage-Software zum Erstellen und Abspielen der Inhalte
Samsung Public Display Outdoor 0H75F Samsung Public Display Outdoor 0H75F © Samsung

In der Praxis ist es manchmal sogar noch einfacher: Die Hersteller haben Computer und Software bereits in passende Bildschirme integriert. Es handelt sich um ein Paket, das man «Public Display» nennt. Im Unterschied zu herkömmlichen Bildschirmen sind die Geräte auf lange Betriebszeiten ausgelegt und liefern auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen ein gutes Bild. Anhand einiger Modelle verschiedener Anbieter zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben und wie sich der Preis auf die Ausstattung auswirkt.

Samsung Public Display DB10d

Die günstigsten Geräte gibt es bereits für weniger als 400 Franken. Dieses Modell aus dem Hause Samsung hat einen 10-Zoll-Bildschirm (25,4 Zentimeter) und ist für die maximale Verwendung während 16 Stunden pro Tag ausgelegt. Das macht es ideal für den Einsatz in einem kleinen Verkaufsgeschäft, etwa auf dem Verkaufstresen. Ein separater Media-Player ist nicht nötig. Gesehen für 379 Franken bei brack.ch.

Samsung Public Display DB10D Samsung Public Display DB10D © Samsung

Philips Public Display 32BDL4050D/00 

Mit 32 Zoll (81,3 Zentimeter) ist dieses Display von Philips deutlich grösser und bereits für einen 24-Stunden-Betrieb ausgelegt. Für 712 Franken (gesehen bei digitec.ch) erhält man zwar keinen komplexen Media-Player, aber dank integrierter Software auf Android-Basis ist die Wiedergabe diverser Medien ohne Zusatzinvestition möglich.

Sony Public Display FW-55XE9001 Sony Public Display FW-55XE9001 © Sony

Sony Public Display FW-55XE9001

Dieser 55-Zoll-Bildschirm (139,7 Zentimeter) von Sony bietet realitätsnahe Bilder in hoher 4K-HDR-Auflösung. Auch er kommt ohne externen PC zurecht. Sowohl ein Standfuss als auch eine Halterung für die Wandmontage sind im Preis inbegriffen. Das Gerät kann rund um die Uhr betrieben werden. Die Grösse und die Leistung haben ihren Preis: Im Fachhandel kostet das Gerät 2415 Franken (gesehen bei interdiscount.ch).

Samsung Public Display Outdoor OH75F

RapidSignage RS-410 und Videowall mit mehreren Displays RapidSignage RS-410 und Videowall mit mehreren Displays © RapidSignage

Diesen Bildschirm kann man getrost an öffentlich zugänglichen Orten anbringen: Er bietet Schutz vor Beschädigung und Umwelteinflüssen und hält Temperaturen von –30 Grad Celsius bis +50 Grad aus. Das 75-Zoll-Display (190,5 Zentimeter) ist entspiegelt; Helligkeit und Kontrast sorgen auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen für ein gutes Bild. Ein Media-Player ist im System integriert. Für diese High-End-Variante müssen Kaufinteressenten 29'579 Franken hinblättern (gesehen beim Händler brack.ch).

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Zubehör und Komponenten

Nebst den Displays gibt es auch praktisches Zubehör wie Software und Halterungen. Nachfolgend einige interessante Lösungen.

Viewneo: Digital-Signage Software

Viewneo: Digital-Signage-Software Viewneo: Digital-Signage-Software © Viewneo

Viewneo ist eine Software, mit der man Inhalte für Digital Signage optimal aufbereitet und für die Wiedergabe zusammenstellt. Wenn man mehr als nur eine Playlist verwendet, kann man für jede definieren, zu welcher Zeit sie abgespielt werden soll, sodass sich die Inhalte im Laufe des Tages an die Kundenbedürfnisse anpassen. Die Software kann unter viewneo.com gratis getestet werden. Wer keine fremden Werbeeinblendungen möchte, bezahlt 15 Euro pro Monat und Bildschirm. Eine einfach zu bedienende Gratisalternative ist digitalsignage.com. Hier bezahlt man erst, wenn man zusätzliche Funktionen nutzen möchte. Nebenbei: Erstellte Inhalte können auf iOS- und Android-Tablets übermittelt werden, sobald die Gratis-App «SignagePlayer» installiert ist.

Rapidsignage RS-410

Wenn ein Display für die Anzeige nicht reicht, können mehrere nebeneinander montiert werden – ein grosser Bildschirm aus mehreren kleinen Bildschirmen. Damit auf jedem Teilbildschirm der richtige Inhalt angezeigt wird, kommen Geräte wie der RapidSignage RS-410 zum Einsatz. Via Computer wird der Signage-Player so eingerichtet, dass das Gesamtbild stimmt. Dank starken Prozessors funktioniert das auch bei hochauflösenden Inhalten wie 4K-Videos. Der RapidSignage RS-410 kann bis zu vier Bildschirme steuern und kostet im Fachhandel 2999 Franken (gesehen bei digitec.ch).

Ständer, Halterungen etc.

Das wichtigste Zubehör sind Halterungen für die Wandmontage (100 Franken und mehr) oder Ständer, mit denen die Displays auf Augenhöhe gebracht werden (ab 500 Franken). Weitere Kosten entstehen, wenn Daten über weite Distanzen übertragen werden müssen, was via HDMI-Kabel nicht möglich ist. Zum Einsatz kommt ein «Extender», der die Daten via Netzwerkkabel überträgt. Ein solches Gerät kostet rund 300 Franken.