Diese Onlineplattformen sorgen für Reklamationen

Viagogo und Dragonslim sorgen für Ärger: Die Rechtsberatung des Konsumentenforums verzeichnet in diesem Jahr bei Onlinebetrugsfällen eine Zunahme von 20 Prozent.

von Simon Gröflin 04.12.2017

Die Rechtsberatung des Schweizer Konsumentenforums verzeichnet massiv mehr Fälle von Onlinebetrügereien als im letzten Jahr. Insgesamt 402 Fälle konnten bis Ende November 2017 bearbeitet werden: In 280 der 402 Angelegenheiten ging es um reinen Internetbetrug. Pikant: Dieser Anteil habe gegenüber dem Vorjahr sogar um 20 Prozent zugenommen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Dauerärger mit Viagogo

Besonders in den Fokus der Rechtsberater geriet der Onlinetickethändler Viagogo. Die Seite, die immer wieder für Schlagzeilen sorgt, verkauft Secondhand-Tickets weiter, was dann sehr häufig vor Ort zu Komplikationen führt, wenn zum Beispiel an einem Eishockey-Playoff oder einem Champions-League-Spiel auf einmal hohe Zusatzgebühren anfallen, Tickets nicht auf den richtigen Namen ausgestellt sind oder gar nie Eintrittsscheine verschickt werden. Auf Platz 2 folgt die Website Dragonslim.com, die Präparate zum Abnehmen verkauft. Viele Kunden beschweren sich beim Konsumentenforum, lediglich ein Gratismuster bestellt zu haben. Der Onlineshop versuche aber, Kunden hohe Abo-Rechnungen aufzubürden.

Die ganze Rangliste der Reklamationsportale sehen Sie in unserer Bilderstrecke:

Reklamations-Rangliste Konsumentenforum 2017

Allerdings erstaunt auf Platz 3 die Auflistung mehrerer bekannter Firmen wie Apple, Microspot, PC-Ostschweiz und Ricardo. Dort ginge es nicht um vorsätzlichen Betrug. Die meisten dieser Unternehmen hätten sich denn auch kooperativ mit der Rechtsberatung des Konsumentenforums gezeigt. Auch bei den 122 nicht digitalen Fällen könne nicht von Betrug die Rede sein, sondern höchstens von Missverständnissen und Fehleinschätzungen.