Die besten Smartwatches 2017

Smartwatches ersetzen im Idealfall den ständigen Griff zum Smartphone und bieten zudem praktische Funktionen für Sportbegeisterte. Das sind unsere Favoriten!

von Simon Gröflin 17.08.2017

Wer mit einer Smartwatch liebäugelt, sollte in einem ersten Schritt seine Bedürfnisse abklären. Denn vielleicht empfiehlt sich je nach Nutzertyp nicht eine klassische Smartwatch, sondern eine Sportuhr, die speziell fürs Aufzeichnen von Trainingsdaten gemacht ist. Der PCtipp erklärt in dieser Kaufberatung, worauf es bei der Wahl einer smarten Uhr ankommt. Zudem haben wir die wichtigsten aktuellen Smartwatches ausgiebig getestet.

Warum eine Smartwatch?

Die wichtigste Frage vor dem Kauf lautet: Wozu brauche ich eine Smartwatch und wobei könnte mir der clevere Begleiter im Alltag dienlich sein? Soll die Computeruhr Sie hauptsächlich bei sportlichen Aktivitäten unterstützen oder vor allem ein intelligenter Begleiter sein – und das mit vielen schönen Ziffernblättern, Benachrichtigungsfunktionen und nützlichen Alltagsanwendungen? Grob kann man heute bei den Smartwatches zwei Hauptkategorien unterscheiden: Die Fitnessuhren mit speziellen Tracking-Programmen für alle wichtigen Sportarten und die klassischen Smartwatches mit grossem App-Angebot, die punkto Funktionalität den Smartphones ähneln.

Eine Smartwatch kann ein nützlicher Alltagsbegleiter sein Eine Smartwatch kann ein nützlicher Alltagsbegleiter sein

Die Sportuhren bieten in der Regel mehr Messprogramme als klassische Smartwatches und sind meist beständiger gegen Umwelteinflüsse (Wasser, Staub, Erschütterungen). Doch die herkömmlichen Smartwatches holen im Sportbereich immer mehr auf. Sie bieten mittlerweile ebenfalls viele Fitnessfunktionen und sind oft wasserfest sowie staubgeschützt. Dank Apps lassen sich zusätzliche Fitnessfunktionen nachrüsten, sofern alle notwendigen Sensoren (Pulsmesser etc.) an Bord sind. Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir mehrere Nutzertypen definiert.

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Der Technik-Freak

Haben Sie vor allem Spass an technischen Entwicklungen? Dann kommen Sie als Gadget-Narr nicht an einer klassischen Smartwatch vorbei. Die Aufmerksamkeit ist Ihnen gewiss, wenn auf einmal viele Informationen auf Ihrer Uhr ablesbar sind, Sie regelmässig die Ziffernblätter wechseln können und aus der Ferne an einer Grillparty den Spotify-Musikdienst am Armgelenk steuern. Die Sportuhren können hier punkto Funktionalität und Technik nicht mithalten.

Ob Technik-Freak oder Alltags-User: Smartwatches bringen mittlerweile viele Sportfunktionen mit Ob Technik-Freak oder Alltags-User: Smartwatches bringen mittlerweile viele Sportfunktionen mit

Der Alltagsanwender

Leider kann eine Smartwatch auch heute noch nicht ein Smartphone ersetzen. Eine Uhr mit ihrem kleinen Display ist allerdings auch nicht zum Lesen langer Artikel oder zum Surfen im Internet gedacht. Sie werden aber schnell die vielen Anwendungsmöglichkeiten im Alltag zu schätzen wissen. Nicht immer hat man gerade das Smartphone in Griffweite, wenn etwa eine SMS-Bestätigung für einen Bezahlvorgang eintrudelt oder jemand anruft. Bei klassischen Smartwatches wie der Apple Watch Series 2, der Huawei Watch 2 und der Samsung Gear S3 sind ausserdem die Mikrofone sehr gut. Anrufe können Sie dort direkt auf der Uhr entgegennehmen und bequem beim Autofahren, Kochen oder Wäscheaufhängen telefonieren, ohne dass Sie die Uhr an den Mund halten müssen.

Der Modebewusste

Immer mehr klassische Smartwatches betreten das Eintrittssegment klassischer Uhren. Die Zeiten der klobigen und eckigen Smartwatches sind definitiv vorbei. Allgemein scheinen allerdings die grossen 45-mm-Gehäuse im Trend zu sein und man findet generell mehr runde Designs auf dem Markt. Aus modischen Aspekten sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass Sie die Armbänder wechseln können oder gleich ein Modell mit Ihrem Lieblingsarmband wählen. Bei der Apple Watch Series 2 und Tag Heuers Luxusuhr Connected Modular 45 gibt es eine schier unendliche Auswahl an Armbändern, die sich sehr leicht auswechseln lassen; bei Letzterer kann sogar das Uhrenmodul gegen ein mechanisches Modell getauscht werden.

Die Smartwatch erobert die Modewelt (im Bild: Tag Heuer Connected Modular 45) Die Smartwatch erobert die Modewelt (im Bild: Tag Heuer Connected Modular 45) © sgr / NMGZ

Der Fitnessfreund

Für Sportfans ist schon heute die Mitnahme eines Smartphones zum Training nicht mehr unbedingt nötig. Eine Sportuhr oder Smartwatch reicht. So können beispielsweise klassische Smartwatches wie Apples Watch Series 2, die Gear S3 von Samsung und die Huawei Watch 2 automatisch die Kilometer messen, die Sie zurücklegen, und erlauben auch einen Vergleich mit den Daten der vorherigen Wochen. Generell sind bei den drei Smartwatch-Betriebssystemen Android Wear 2.0, Apple watchOS und Samsungs Tizen OS viele Sportfunktionen dabei. Mit Android Wear 2.0 können Sie zum Beispiel auch die Sport-App Runtastic direkt auf der Uhr ohne Smartphone nutzen. Dabei sehen Sie die zurückgelegte Strecke, die Dauer, die Distanz und die verbrauchten Kalorien.

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen unsere Testsieger vor.

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Die besten Smartwatches im Test

Anders sieht es aus, wenn Sie sehr detaillierte Aufzeichnungen der Routen oder Trainingseinheiten wünschen. Dann empfehlen sich spezielle Sportuhren wie die Modelle des finnischen Herstellers Suunto. Die Spartan Sport Wrist HR ist ein Beispiel einer solchen multifunktionalen Fitnessuhr. Das Hightech-Wearable, das es für einen stolzen Preis von 449 Franken bei Händlern wie digitec.ch gibt, beinhaltet anstelle von Benachrichtigungsfunktionen und modischen Ziffernblättern zahlreiche Funktionen für verschiedene Trainingsarten. Nebst Satellitennavigation, Kompass und Schrittzähler bietet die Spartan-Uhr auch einen Pulsmesser. Wie bei anderen Smartwatches wird dabei im Blutfluss der Herzschlag gemessen. Zum Speichern und Analysieren der Trainingsdaten stellt Suunto das Programm Movescout zur Verfügung. Damit kann die Uhr mit dem Smartphone verbunden werden oder über ein Kabel Zugang zum Computer finden. Mehr als 80 Sportarten werden von der Plattform unterstützt. Zusätzlich kann man die Wegstrecke auf einer dreidimensionalen Karte visualisieren.

Die Suunto Spartan Sport Wrist HR ist eine Multisport-GPS-Uhr Die Suunto Spartan Sport Wrist HR ist eine Multisport-GPS-Uhr © Suunto

In den folgenden Einzeltests berücksichtigen wir nur die klassischen Smartwatches, da diese für die meisten der beschriebenen Nutzertypen die richtige Wahl sind. Allgemein gebessert haben sich bei den Smartwatches die Auswahl an Fitnessfunktionen, die Mikrofontechnik und die Akkulaufzeit. Was aber soll eine Smartwatch heutzutage mindestens können? Wir finden: telefonieren, navigieren, Apps direkt installieren und SMS über Schriftzeichen, Emojis oder Minitastatur beantworten. Ein Mikrofon und ein funktionierender Sprachassistent sollten auch vorhanden sein, was bei allen aktuellen Smartwatches der Fall ist.

Apple Watch Series 2

Wie bei den Uhren mit Android-Wear-System hat man als iPhone-Nutzer auch mit unserem Smartwatch-Testsieger Samsung Gear S3 die Einschränkung, dass sich viele Funktionen nicht nutzen lassen. Zwar kann man sich die allgemeinen Informationen der Uhr anzeigen lassen. Der grösste Nachteil ist aber, dass man nicht mit eingehenden Nachrichten interagieren kann. Daher empfehlen wir iOS-Nutzern nur die Apple Watch. Bei der Series 2 mit Aluminiumgehäuse steigen Sie zurzeit ab ca. 400 Franken (38-mm-Modell) ein. Apples zweite Uhrengeneration widmet sich vor allem dem Feinschliff. So wurde der Hauptprozessor um rund 50 Prozent beschleunigt, was die Apps noch schneller macht. Ausserdem hat Apple ein GPS-Modul nachgereicht. Die zweite Auflage punktet auch im Wasser. Bis zu 50 Meter bleibt die Apple Watch wasserdicht. Clever: Der offene Lautsprecher wird nach dem Auftauchen dazu verwendet, um das Wasser mit Schallwellen aus der Öffnung zu pusten. Zum Betriebssystem: Das neue watchOS 3 ist gegenüber watchOS 2 ein Quantensprung. Sogar die erste Apple Watch profitiert deutlich davon. Apples-Uhr bringt dadurch noch mehr Fitnessfunktionen mit. Nebst diversen Ziffernblättern kann man seine Aktivitäten – im Gegensatz zu Android Wear oder Tizen – mit anderen Nutzern teilen und sich gegenseitig motivieren. In der Sport-App wurde ausserdem ein Rollstuhlmodus eingebaut. Mit einer neuen «Atmen-App» soll man sich zudem besser entspannen.

Apple Watch Series 2 und Nike+

Fazit

Die Apple Watch Series 2 ist eine der aktuell besten Smartwatches und für iPhone-Nutzer so oder so die erste Wahl. Besonders hervorzuheben sind die neuen Sportfunktionen und die Wasserdichtheit bis zu 50 Meter. So kann sie auch zum Schwimmen benutzt werden.

Unseren ausführlichen Test zur Apple Watch 2 lesen Sie hier.

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Huawei Watch 2

Die Huawei Watch 2 gibt es mit und ohne SIM-Karteneinschub. Huawei Schweiz verkauft die Uhr hierzulande nicht offiziell mit SIM-Einschub. Allerdings importieren Onlinehändler wie Digitec diese Variante. Der Zusatznutzen hält sich allerdings in Grenzen. Der Hauptvorteil: Man kann Apps direkt aus dem App-Shop herunterladen, installieren und im Notfall mit der Uhr ohne Smartphone in der Nähe telefonieren. Zur Neuauflage der Huawei Watch: An ein paar Stellen hat sich der Hersteller fast zu sehr auf Sportler konzentriert. Huawei rückt damit stark von der ersten Uhr ab, die uns als nüchterne, schöne Uhr mit vielen eleganten Ziffernblättern beeindruckte. Teilweise liegt das aber auch an der Natur von Android Wear 2.0, das eine ganze Reihe neuer Sportfunktionen mit sich bringt. Die zweite Smartwatch der Chinesen ist nicht nur sportlicher, sondern auch bei der Gehäusedicke samt Lünette etwas wuchtiger, dafür gefallen die präzisen Sensoren und die schnelle Hardware. Das Gehäuse beim Basismodell ist aus Kunststoff und das Amoled-Display durch Gorilla-Glas geschützt. Die Einfassung, also der Ring des Displays, besteht aus Keramik.

Daneben gibt es noch eine edlere Classic-Version mit einem Edelstahl-Body und Lederarmband. Beim Durchmesser ist Huaweis neuste Uhr von 42 auf 45 Millimeter angewachsen. Das Display ist hingegen von 1,4 auf 1,2 Zoll verkleinert worden, hat aber mit fast derselben Auflösung (390 × 390 statt 400 × 400 Bildpunkte) eine leicht bessere Pixeldichte (326 ppi statt 286 ppi). Gut: Vibrationen von Benachrichtigungen klopfen mit wesentlich sanfteren Summfrequenzen am Handgelenk an. Was wir im Test ebenfalls bemerkt haben: Das Mikrofon und die Lautsprecher sind wie bei der Gear S3 erstaunlich gut. Ein längeres Telefongespräch war bei einer Armentfernung von 20 Zentimetern problemlos möglich.

Fazit

Huawei schrammt knapp am Testsieg vorbei. Sensoren, Verarbeitung und Leistung der 339-Franken-Uhr überzeugen. Doch bei der Bedienung übertrifft Samsung dank des intuitiven Tizen OS und der Drehlünette die Huawei-Uhr.

Unseren ausführlichen Test zur Huawei Watch 2 lesen Sie hier.

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Huawei Watch 2 im Detail

Tag Heuer Connected Modular 45

Die Besonderheit der Connected Modular 45 von Tag Heuer? Die Uhr ist nicht nur smart und digital, sondern je nach Stimmung und Extra-Hardware auch im Handumdrehen mechanisch, denn die Uhreneinheit lässt sich gegen ein mechanisches Uhrwerk austauschen. Die Smartwatch nutzt das Google-System Android Wear 2.0. Von der Funktionalität her unterscheidet sie sich deshalb nicht gross von alternativen Uhren wie der Huawei Watch 2. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die erwähnte Modularität: Kunden können aus 56 verschiedenen Uhrenmodellen wählen. Die Bandanstösse, das Armband und die Schliesse sind auswechselbar. Bei den Armbändern sind nebst der Standardausführung mit schwarzem Kautschukarmband auch Metall- oder Naturlederarmbänder verfügbar. Das alles hat natürlich seinen Preis. Schon das Basismodell kostet 1490 Franken. Je nach Material- und Modulwahl kann eine Luxuskonfiguration mit zusätzlichem mechanischen Chronografenmodul mit Tourbillon-Komplikation sogar mehr als 16'000 Franken kosten. Das bis zu einer Tiefe von 50 Metern wasserdichte Smartwatch-Modul kommt in einem 45-mm-Titangehäuse, fühlt sich aber trotz seines Gewichts von ca. 68 Gramm sehr komfortabel an – an Männerhandgelenken wohlverstanden. Mit einer Dicke von 13,75 Millimetern haben darin auch ziemlich alle Sensoren wie WLAN, NFC, Bluetooth 4.1 und GPS Platz, die man so von einer Smartwatch erwartet. Sogar ein Mikrofon ist unter der seitlichen Krone eingebaut.

Das 1,39 Zoll grosse Amoled-Display mit seiner Auflösung von 400 × 400 Bildpunkten überzeugt ebenfalls. Dieses ist zusätzlich von kratzfestem Saphirglas geschützt. Enttäuscht sind wir hingegen von der Akkulaufzeit der Tag-Heuer-Uhr. Bei automatischer Helligkeit im «Immer an»-Modus und aktiviertem GPS geht der teuren Computeruhr schon nach einem halben Tag der Schnauf aus. Auch bei mittlerer Helligkeit und abgedunkeltem Stand-by-Uhren-Display reicht der Akku nur knapp für einen 18-Stunden-Tag. Was fehlt, ist ein Herzfrequenzsensor. Darauf hat Tag Heuer allerdings schon bei seiner ersten Smartwach verzichtet, weil man die Infrarottechnik als zu wenig genau erachtet.

Fazit

Tag Heuers Smartwatch gefällt mit dem schönen Display und der Modularität. Die Akkulaufzeit müsste jedoch besser sein.

Unseren ausführlichen Test zur Tag Heuer Connected Modular 45 lesen Sie hier.

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Hands-on: Tag Heuer Connected Modular 45

Preistipp: Asus ZenWatch 3

In den zwei Farbvarianten Schwarz und Silber bietet sich die günstige Asus ZenWatch 3 bei digitec.ch ab 299 Franken an. Die dritte Uhr von Asus im runden 45-mm-Edelstahlgehäuse überzeugt uns in der Verarbeitung, dem Display und dem Gewicht von nur 60 Gramm.

Die ZenWatch 3 von Asus überzeugt hinsichtlich Performance nicht ganz Die ZenWatch 3 von Asus überzeugt hinsichtlich Performance nicht ganz © Asus

Das Lederarmband der Taiwanesen-Smartwatch präsentiert sich dabei in Beige oder Braun. Zum Einsatz kommt auch hier das neue Android Wear 2.0, bei dem sich drei seitliche Bedienknöpfe mit Schnellzugriffsfunktionen belegen lassen. Ob man wirklich mehr Bedienknöpfe braucht, ist fraglich. Bei angewinkelter Hand oder beim Rudern im Fitness-Center löst man dadurch auch mal versehentlich eine Funktion aus. Witzig finden wir die Collage aus einigen zusätzlichen Ziffernblättern. Über die ZenWatch Manager App können Sie weitere Apps auf der ZenWatch installieren und wie bei der Tag-Heuer-Uhr Ziffernblätter mit Zusatzinformationen wie Akkuanzeige versehen. Die Akkulaufzeit bei voller Helligkeit lag bei unter 16 Stunden, was eher unterdurchschnittlich ist. Auf GPS und einen Pulsmesser müssen Sie bei der ZenWatch 3 ebenfalls verzichten. Dafür ist ein Mikrofon für «OK Google»-Sprachbefehle sowie ein Schrittzähler an Bord: Anders als bei der Gear S3 muss man jedoch für Anrufe das Smartphone zur Hand nehmen.

Fazit

Die ZenWatch 3 von Asus überzeugt als sehr günstige Edel-Smartwatch, bietet aber nicht ganz die Präzision, Performance und Akkulaufzeit unserer Favoriten.

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Testsieger: Samsung Gear S3 Classic/Frontier

Die Samsung Gear S3 gibt es in den zwei Versionen Classic und Frontier ab einem Preis von Fr. 358.90. Die Outdoor-Version (Frontier) und die Classic-Variante sind etwa gleich schwer (ca. 63 Gramm) und gross. Als Betriebssystem kommt das Samsung-eigene Tizen OS zum Einsatz, deshalb ist die App-Auswahl kleiner als bei Uhren mit Apples watchOS oder Googles Android Wear. Die Samsung Gear S3 ist deutlich grösser als der Vorgänger S2. Mechanisch verfeinert wurde vor allem die Lünette, mit der man durch die Menüs navigiert. Der äusserst präzise Drehring dient auch zur Wahl beliebter Minianwendungen (Widgets) wie Pulsmesser oder Kalender. Darüber hinaus fungiert die Lünette als Rotationsschalter für die zirkular angeordneten App-Symbole der installierten Anwendungen, die man rechts unten über die Haupttaste aufruft. Der lichtdurchlässige und blickwinkelstarke Super-Amoled-Bildschirm mit seiner Auflösung von 360 x 360 Pixeln überzeugte uns im Alltag.

Bei näherer Betrachtung der einzelnen Ziffernblätter sind kaum Pixel zu erkennen. Sehr gut: Wählt man die mittlere Helligkeitsstufe, hält die Gear S3 gut zwei Tage durch. Das ist die beste Akkulaufzeit im Testfeld. Mit dem Arbeitsspeicher von 768 MB und dem Zweikernprozessor mit 1 GHz empfanden wir die App-Bedienung und Touch-Sensibilität als sehr flüssig. Praktisch: Mit einem Samsung-Galaxy-Smartphone lässt sich auch die Bezahlfunktion Samsung Pay drahtlos über die Uhr nutzen. Wichtig: Die Samsung Gear S3 ist nicht zum Schwimmen geeignet. Zwar erfüllt das Uhrengehäuse den IP68-Schutz für eine Tiefe von 1,5 Metern während 30 Minuten. Bei Seifen- und Salzwasser ist aber zu Vorsicht geraten.

Fazit

Samsungs Gear S3 ist aktuell die wohl ausgereifteste Smartwatch für Android-Smartphones. Besonders hervorzuheben sind das lichtdurchlässige und farbreiche Display, die genauen Sensoren, die präzise Bedienung und das vielseitige, vorinstallierte Fitnessprogramm.

Unseren ausführlichen Test zur Gear S3 lesen Sie hier.

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Samsung Gear S3 im Test

Hintergrund: die Betriebssysteme im Vergleich

Bei den Smartwatches haben sich drei Betriebssysteme etabliert. Folgend stellen wir Ihnen diese kurz vor.

Apple watchOS

Apples watchOS 3 bietet alles, was man von einer modernen Smartwatch erwarten kann, und ist zudem sehr einfach bedienbar. Die aktuelle Version des Betriebssystems wurde gegenüber dem Vorgänger beschleunigt und umfasst noch mehr Fitnessfunktionen. Aktivitäten lassen sich zum Beispiel mit Freunden teilen. Weitere Features sind der Bezahldienst Apple Pay, das Entsperren anderer Apple-Geräte per Smartwatch und Steuerungsmöglichkeiten für Smart-Home-Geräte. Hinzu kommen verschiedenste Ziffernblätter und ein grosser App-Shop. Für die kommende Version 4 des watchOS plant Apple einen intelligenten Trainingscoach und einen vorausschauenden Assistenten. Erscheinen wird watchOS 4 im Herbst. Wer watchOS nutzen will, benötigt zwingend ein iPhone. Android-Nutzer bleiben aussen vor.

Zehn gute Gründe für die Apple Watch

Android Wear 2.0

Google hat mit Android Wear 2.0 die Nutzerfreundlichkeit stark optimiert. Eingehende Benachrichtigungen sind weniger penetrant. Durch dezente Überblendungen lassen sich Nachrichten von Newsportalen oder WhatsApp noch besser lesen. Ausserdem durchscrollt man nun die vielen Ziffernblätter dank zweier Reihen in einer vertikalen Ansicht wesentlich schneller. Dazu reicht in den meisten Uhren ein simpler Wisch nach rechts anstelle einer langen Berührung des aktuellen Ziffernblatts. Bei SMS und WhatsApp ist es wirklich praktisch, mal schnell mit Ja, Nein oder mit Smileys zu antworten. Auch die Autoerkennung mit Wortvorschlägen klappt sehr gut. Ausserdem ist der Google Play Store neuerdings direkt in den Einstellungen enthalten. Wie watchOS von Apple bietet auch Android Wear viele Fitnessfunktionen und die Unterstützung zahlreicher Apps wie Spotify, Instagram oder YouTube. Am besten funktioniert Android Wear zusammen mit einem Android-Smartphone. Bei iPhones ist die Funktionalität eingeschränkt.

Android Wear 2.0 im Detail

Tizen OS

Samsung hat schon seit 2013 mit Tizen ein eigenes Betriebssystem eingeführt, das zum Beispiel auch auf Smart-TVs zum Einsatz kommt. Da es eine Samsung-eigene Entwicklung ist, muss man gegenüber Android Wear bei zentralen Apps des Google-Ökosystems mit ein paar Einschränkungen leben, beispielsweise bei YouTube und Chromecast am heimischen Fernseher. Zudem findet man in Android Wear oder Apples watchOS mehr Apps. Ansonsten macht das schlanke OS eine gute Figur und bietet alles, was eine Smartwatch braucht. Auch die Interaktion mit Kommunikationsdiensten wie WhatsApp funktioniert gut. Ende März gab es zudem ein grösseres Update. Einige Ziffernblätter nehmen nun weitere Informationen wie den laufenden Musiktitel oder das Datum auf. Erfreulich ist, dass es nebst vielen Ziffernblättern zunehmend mehr Apps wie zum Beispiel Spotify gibt. Randnotiz: Für Tizen OS reicht in der Regel ein Android-Handy ab Android 4.4. Für iPhones ist Tizen OS wegen der eingeschränkten Funktionalität nicht zu empfehlen.

Die besten Apps für Samsungs Gear S2