Der ÖV-App-Testvergleich

Welche App ist benutzerfreundlicher? Wir wollten es wissen und haben Fairtiq, Lezzgo und ZVV-Ticket verglichen.

von Claudia Maag 02.10.2018

Letzte Woche testeten wir kurz die Lezzgo-App an. Ein Leser wünschte sich einen Vergleichstest von Apps wie Fairtiq und Lezzgo. Wir fanden dies eine gute Idee und machten uns ans Werk.

Für den Test wählten wir ÖV-Apps, die man für die ganze Schweiz nutzen kann und haben uns auf drei Apps beschränkt. Damit querfeldein in der Schweiz herumfahren würden wir zwar gerne, doch sprengt dies unseren zeitlichen Rahmen.

Fairtiq

Fairtiq Startseite Fairtiq Startseite © pctipp.ch/Screenshot

 Fairtiq kann für Fahrten in der ganzen Schweiz verwendet werden sowie in Liechtenstein. Neu können mit Fairtiq vmobil ab sofort Fahrten mit allen Transportunternehmen im Verkehrsverbund Vorarlberg gemacht werden.

Man hinterlegt ein Bezahlmittel wie die Kreditkarte und checkt sich vor Antritt der Fahrt ein, indem man den Regler nach rechts schiebt. Nach der Fahrt checkt man sich wieder aus, indem man den Regler zurückschiebt. Die von den Nutzern tatsächlich zurückgelegte Strecke wird per GPS-Steuerung erfasst.

Fairtiq erkennt die gefahrene Strecke und bucht automatisch den passenden Betrag auf dem hinterlegten Zahlungsmittel ab. Fairtiq optimiert automatisch den Preis (Bestpreis-Funktion). Ein Beispiel: Wenn man mehrere Reisen am Tag in derselben Zone unternimmt und eine Tageskarte günstiger wäre, werde nachträglich nur der günstigere Tarif berechnet, heisst es auf der Firmenwebseite.

Fairtiq wurde von der Fairtiq AG in Bern lanciert. Die kostenlose App gibts für Android und iOS sowie für Apple Watch.

Die Registrierung ist bei dieser App sehr schnell und einfach erledigt. Vor der ersten Nutzung wählt man in der App die gewünschte Klasse (Ticket-Kategorie), den Tarif (z.B. Halbtax) und man kann sein Zonenabo (Verbundabo) hinterlegen. Dies findet man sehr einfach, indem man oben z.B. auf das Ticketsymbol oder die 2. Klasse tippt, dann öffnet sich ein Menü. 

Fairtiq Fairtiq © pctipp.ch/Screenshot

Um ein Ticket zu lösen (Check-in): Dank GPS-Steuerung ist unser Startpunkt bereits hinterlegt. Darum ist wohl auch auf eine Suchfunktion für Haltestellen verzichtet worden. Somit müssen wir nur noch unten den grünen Regler nach rechts schieben, um die Reise zu starten. Um den Vorgang abzuschliessen, schiebt man bei Ankunft den Regler wieder zurück zur Ursprungsposition.

In der Menü-Übersicht (von links nach rechts wischen) kann man vergangene Fahrten, seine bisherigen Zahlungen, seine Ticket-Einstellungen, Zahlungseinstellungen sowie Kontoeinstellungen sehen. Zudem findet man hier Infos zu Gratisfahrten (Empfehlung) sowie zu alfälligen Bonussen. Bei letzterem wird bei uns das Angebot «5 Mal fahren und 5% sparen» angezeigt. Hier kann man sich den Regler auf Erinnern stellen. Auch die FAQs findet man dort.

Berücksichtigt werden: GA, Halbtax, Verbundabos. Momentan kann man den SwissPass noch nicht hinterlegen. Auf der Firmenwebseite wird in den FAQ allerdings darauf hingewiesen, dass es «in Kürze» möglich sei, den SwissPass zu hinterlegen. 

Aktuell sind folgende Verbunde berücksichtigt: Ostwind, Passepartout, TNW, Tarifverbund Schwyz und Zug, Unireso, Verkehrsverbund Vorarlberg, Z-Pass A-Welle-ZVV, Z-Pass Ostwind-ZVV, Z-Pass Schwyz/Zug-ZVV, ZVV.

Nicht möglich ist es zur Zeit, SBB-Sparbillete, Nachtzuschläge, Klassenwechsel, Mehrfahrtenkarten, Tickets für die meisten Bergbahnen, Mitreisende und Schiffstickets zu lösen.  

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Lezzgo

Lezzgo

Lezzgo Lezzgo © pctipp.ch/Screenshot

Lezzgo kann für Fahrten in der ganzen Schweiz verwendet werden. Man hinterlegt ein Bezahlmittel wie die Kreditkarte und checkt sich vor Antritt der Fahrt mittels Klick in der App ein. Nach der Fahrt loggt man sich mittels Klick wieder aus.

Die von den Nutzern tatsächlich zurückgelegte Strecke wird per GPS-Steuerung erfasst. Am Ende des Tages berechnet die App den günstigsten Preis für diese Strecke und belastet ihn automatisch auf das hinterlegte Zahlungsmittel. Aktuell befindet sich Lezzgo in einer Markttestphase, welche bis Sommer 2019 dauert. Lezzgo wurde von der BLS lanciert. Die kostenlose App gibts für Android und iOS.

Für die Registrierung benötigt man etwas Zeit; sie ist allerdings gut erläutert. 

Um ein Ticket zu lösen (Check-in), tippt man im unteren Bereich auf das Bleistift-Symbol. Bei uns zeigte die App eine Liste der favorisierten Stationen an. Es lässt sich aber natürlich auch nach einer Haltestelle suchen. Danach wischt man den Regler ganz unten nach rechts, um die (Ticket-)Reise zu starten. Um den Vorgang abzuschliessen, wischt man bei der Ankunft den Regler wieder nach links.

In der Menü-Übersicht kann man eine Erinnerung für die Abmeldung einrichten (Regler antippen = On) und Verbund-Abos sowie den SwissPass einfach hinterlegen. Leider war der Zürcher Verkehrsverbund ZVV nicht unter den aufgelisteten Verbund-Abos. Allerdings: Seit September kann dieser im SwissPass hinterlegt werden. Somit erkannte Lezzgo diesen bei der Hinterlegung des SwissPass ebenfalls. 

Berücksichtigt werden: GA, Halbtax, Tageskarten und Verbund-Abos. Mit letzterem kann man Anschlussbillete lösen. Aktuell sind folgende Verbunde berücksichtigt: Arcobaleno, A-Welle, Frimobil, Libero, Mobilis, Onde Verte, Ostwind, Passepartout, TNW, ZVV (via SwissPass). Zudem kann man Tickets für die 1. Klasse lösen. Hierzu muss man vor dem Check-in einfach auf 1. Klasse tippen.

Nicht möglich ist es zur Zeit, Tickets für Mitreisende, Velos oder Hunde zu lösen. Des Weiteren können keine Spartickets, Nachtzuschläge oder Moonliner-Fahrten ausgestellt werden. Auch Citytickets oder Schiffsfahrten sind ausgenommen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: ZVV-Tickets und Kurzfazit

 

ZVV-Tickets

Die Check-in-Check-out-Funktion befindet sich in der Pilotphase – das merkt man Die Check-in-Check-out-Funktion befindet sich in der Pilotphase – das merkt man © pctipp.ch/Screenshot

 ZVV-Tickets kann für Fahrten in der ganzen Schweiz verwendet werden. ZVV-Tickets wurde vom Zürcher Verkehrsverbund ZVV in Zürich lanciert. Die kostenlose App gibts für Android und iOS. Sie funktioniert nicht auf Tablets.

Diese App funktioniert etwas anders. Aber der Zürcher Verkehrsverbund ZVV bietet momentan einen Pilotbetrieb in der ganzen Schweiz in Zusammenarbeit mit Lezzgo an. Man kann die Check-in/Check-out-Funktionen also manuell einstellen.

Gehen Sie hierzu in die Menü-Übersicht (von links nach rechts wischen) und tippen Sie auf Check-in-Ticket. Dann wischen Sie sich durch die 4 Seiten. Tippen Sie auf Funktion einrichten und akzeptieren Sie die AGB (Regler nach rechts).

Der Registrierungsprozess dauert eine Weile Der Registrierungsprozess dauert eine Weile © pctipp.ch/Screenshot

Nun kann man die Informationen zum Zahlungsmittel (erforderlich), Passwort, Kaufbeleg (Mail hinterlegen) und Registrierung (erforderlich, Code per SMS) ausfüllen. Hier dauert die Registrierung bisher am Längsten.

Um ein Ticket zu lösen (Check-in): Dank GPS-Steuerung ist unser Startpunkt bereits hinterlegt. Trotzdem ist eine Suchfunktion hinterlegt (via Bleistift-Symbol). Somit müssen wir nur noch unten den blau-weissen Regler nach rechts schieben, um die Reise zu starten. Um den Vorgang abzuschliessen, schiebt man bei Ankunft den Regler wieder zurück zur Ursprungsposition.

In der Menü-Übersicht (von links nach rechts wischen) finden Sie die ZVV-Tickets (Zone 110 = Zürich, 120 = Winterthur oder alle Zonen). Eine weitere Funktion: Man kann hier Multikarten kaufen, was uns gefällt. Im Archiv werden gekaufte Tickets aufgelistet. Man kann sich aber wie oben erwähnt auch einen Kaufbeleg per E-Mail zustellen lassen.

Was uns gefällt: Unter Linien und Zonen kann man auf eine Ansicht der Zonenpläne zugreifen. Beispielsweise auf die Buslinien der Stadt Winterthur.

Es empfiehlt sich sicher, hier die FAQs anzuschauen (Check-in-Ticket).

Berücksichtigt werden: Schweizweit im GA-Bereich (inkl. Z-Pass). Da die Pilotphase mit Lezzgo durchgeführt wird, gelten die gleichen Details (s. vorherige Seite zu Lezzgo).

Nicht möglich ist es zur Zeit, eine ZVV-Tageskarte (stattdessen: Check-in-Tageskarten) oder eine ZVV-9-Uhr-Tageskarte (entscheidend sei Fahrplan, nicht Abfahrtszeit) zu lösen. Spezialtarife im ZVV sind nicht integriert (stattdessen: ZVV-Zonenbillet), Klassenwechsel, BonusPass, Einzelfahrt länger als 2 Stunden (stattdessen: Tageskarte, daraus könne der Kundendienst wieder ein Einzelticket machen). Mehr zu den Einschränkungen finden Sie hier.

Zudem: Bei Polybahn, Fähre in Meilen Horgen sowie Querfahrten auf dem Greifensee wird der normale Zonen-Tarif verrechnet (nicht der günstigere Haustarif)

Hinweis: Die ZVV-Tickets-Funktion befindet sich in der Testphase.

Was sind Ihre Erfahrungen mit diesen oder anderen ÖV-Apps? Wir sind gespannt auf Ihre Hinweise über die Kommentarfunktion. 

Kurzfazit:

Am besten, da am einfachsten und intuitivsten hat uns die Fairtiq-App gefallen. Die manuell zu aktivierende Funktion in der ZVV-Ticket-App sowie der lange Registrierungsprozess waren uns zu mühsam. Da die Pilotphase mit Lezzgo durchgeführt wird und Lezzgo uns einiges einfacher erscheint, fragen wir uns, warum man nicht gleich Lezzgo wählen sollte.