Anleitung: Smartphone als Webcam nutzen

Mit einer Fritz!Box und der Fritz!Cam-App ist es ziemlich einfach, ein Smartphone in fünf Schritten zur IP-Kamera umzufunktionieren.

von Simon Gröflin 15.08.2017

Wenn Sie noch ein altes Smartphone rumliegen haben, können Sie dieses mit der kostenlosen Android-App Fritz!App Cam in eine IP-Kamera verwandeln. Natürlich haben Sie dadurch nicht die vollwertigen Funktionen einer richtigen IP-Kamera – aber es kann durchaus praktische Einsatzszenarien für eine Smartphone-Überwachung geben. Beispielsweise, wenn frischgebackene Eltern ihr Kleinkind im Blickfeld haben wollen. Aufpassen müssen Sie, wenn Sie etwa als Geschäftsführer eines Lokals Ihr Personal überwachen wollen – das darf man nicht. Grundsätzlich gilt: In den eigenen vier Wänden müssen Hausangestellte wie Putzfrauen vorgängig über Videoüberwachung informiert werden. 

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie mit der FRITZ!App Cam aus Ihrem Smartphone in fünf Schritten eine Überwachungskamera machen.

Mit der Fritz!App Cam und einer Fritz!Box wird Ihr altes Smartphone zur Überwachungskamera Mit der Fritz!App Cam und einer Fritz!Box wird Ihr altes Smartphone zur Überwachungskamera © Screenshot / PCtipp

Voraussetzungen:

Für diese App benötigen Sie eine aktuelle Fritz!Box mit Fritz!OS ab Version 5.5 mit MyFritz-Konto und ein Android-Smartphone. Die App soll laut Hersteller auch mit älteren Smartphones ab Android-Version 2.2 und höher funktionieren.

1. Laden Sie die App FRITZ!App Cam aus dem Play Store herunter.

Wichtig: Mit der App müssen Sie sich während der Einrichtung im selben WLAN wie der Fritz!Box-Router befinden.

2. Nachdem Sie die App installiert und die erste Frage mit Ja beantwortet haben, werden Sie aufgefordert, sich in Ihre Routeroberfläche einzuloggen. Sie loggen sich also ein, als würden Sie via fritz.box auf Ihren Router zugreifen. Daher ist es ratsam, von Anfang an ein sicheres Routerkennwort festzulegen. Vor allem, wenn Sie den Zugriff auf die Kamera im Nachhinein gegen aussen freigeben wollen.

Sie sollten hierfür HTTPS wählen und Port 8080 verwenden.

Klicken Sie auf Speichern.

Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen, wie Sie die Verbindung testen

MyFritz einrichten

3. Nun können Sie die MyFritz-Freigabe aktivieren, um von aussen auf Ihre Smartphone-Kamera zuzugreifen. Bei MyFritz handelt es sich um einen sogenannten DynDNS-Dienst, der Ihre Adressumleitung übernimmt, zumal die meisten Internetnutzer mit dynamischen bzw. ständig wechselnden IP-Adressen unterwegs sind.

Falls Sie MyFritz nicht eingerichtet haben, gehen Sie auf Internet/MyFritz!Konto und eröffnen mittels Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse ein Konto. Unten vergegenwärtigt Ihnen der Dienst auch gleich die dynamische IP-Adresse, bestehend aus einigen Buchstaben und Ziffern (siehe Bild unten), mit der Sie von überall auf die Kamera zugreifen können.

Hier finden Sie die MyFritz-Funktion Hier finden Sie die MyFritz-Funktion © Screenshot / PCtipp

4. Sie sehen nun ein Kamerabild in der App und oben die URL, die mit https:// beginnt und mit der Portangabe :8080 endet.

Wichtig ist die Portangabe am Schluss der URL Wichtig ist die Portangabe am Schluss der URL © Screenshot / PCtipp

Intern im Heimnetz greifen Sie natürlich über eine interne Adresse (wie 192.168.1.78) zu. Von extern würden Sie die soeben eingerichtete MyFritz!-Adresse verwenden. Testen können Sie das zum Beispiel mit einem mobilen Hotspot. Wichtig ist auch bei externem Zugriff, dass Sie am Schluss die Portangabe anhängen.

5. Öffnen Sie über den Browser Ihres PCs oder Notebooks die HTTPS-URL-Adresse. Es kann sein, dass Ihr Browser sich über das abgelaufene SSL-Zertifikat beschwert. Ignorieren Sie die Warnung einfach. Bei Chrome klicken Sie in diesem Fall auf den Link Erweitert und anschliessend Weiter auf 192.168.1.78…

Die Bewegungs- und Tonerkennung können Sie in den App-Einstellungen des Smartphones regulieren. Mit aktiviertem Blitz wird das Kamerabild noch ein wenig besser. Allerdings kann ein Smartphone bei Dauerverwendung der Kamera auch sehr warm werden. Natürlich gibt es noch eine Reihe alternativer Apps – mit dem DynDNS-Dienst der Fritz!Box ist die Einrichtung nun mal sehr einfach. Die besten Möglichkeiten haben Sie natürlich mit einer kleinen IP-Kamera und einem Netzwerkspeicher, wie wir es in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären.