All IP: Jeder Sechste ärgert sich über Routerzwang

Nur 8 Prozent der Verbraucher wissen angeblich, worum es bei «All IP» geht, obwohl Swisscoms flächendeckende Umstellung bereits im Gange ist. Das besagt eine Umfrage von AVM.

von Simon Gröflin 04.12.2017

Für die meisten Schweizer Verbraucher sei «All IP», also die Überführung von der Analogfestnetztelefonie ins Router-basierte VoIP-Zeitalter, ein Fremdwort. Das besagt eine Umfrage von AVM. Obwohl Swisscom schon für 1,9 Millionen Haushalte eine flächendeckende Umstellung eingeleitet hat, wüssten nur gerade 8 Prozent der Schweizer Verbraucher über «All IP» Bescheid, wie die Studie zeigt.

Jeder Fünfte will weniger Abo-Optionen

81 Prozent behaupten ausserdem in der Umfrage, die zusammen mit dem Marktforschungsinstitut «Link» durchgeführt wurde, den Begriff «All IP» nicht zu kennen. Noch interessanter war, was der Berliner Fritz!Box-Hersteller zum Konsumverhalten bei den Anwendern, die wissen, worum es geht, herausgefunden hat. Jeder Fünfte hege demnach die Absicht, zugunsten von mehr Flexibilität und vorwiegender Mobiltelefonie auf ein anderes Abo umzusatteln. Diese Anwender würden eher ein Downgrade auf eine reine Datenleitung anstelle eines All-in-One-Angebots mit Festnetz, TV und Internet bevorzugen.

Jeder Sechste ärgert sich über den Routerzwang

Der Routerzwang ist offenbar vielen Usern ein Dorn im Auge. Jeder sechste Befragte gab an, von der Umstellung deswegen nicht begeistert zu sein. Denn im Gegensatz zu Deutschland, wo man den Router seit August 2016 frei wählen darf, wollen die Schweizer Provider sich für Internet, TV und Festnetz nach wie vor das Recht herausnehmen, einen Router ihrer eigenen Marke vorzuschreiben.

Damit nicht genug: Jeder Dreizehnte sei irritiert über eine mögliche Erhöhung der Abo-Preise. Hierbei ist aber nicht ganz klar, ob es sich um Erfahrungen mit früheren Preiserhöhungen handelt. Die Studie ergab auch, dass sich jeder zweite der Befragten (im Tessin jeder Dritte) eine Änderung im Konsumverhalten vorstellen könne.

Nach wie vor Routerzwänge in der Schweiz

Wie AVM auf Anfrage dem PCtipp sagt, lieferte das Institut etwa 1011 Antworten, was ungefähr einer repräsentativen Umfrage entspricht. Bis Ende 2017 werden praktisch alle Kunden auf IP-basierte Produkte migriert. Bei der Swisscom werden dabei pro Monat ca. 40'000 Kunden pro Monat umgestellt. Immerhin ist Swisscom inzwischen mit der Freigabe der Zugangsdaten mit gutem Beispiel vorangegangen, damit Kunden auf Wunsch auch andere Router nutzen können. In diesem Fall gibt es aber keinen Support vom Telko.