Im ausführlichen Test: Star Wars Battlefront 2

Star Wars Battlefront 2: Das erwartet Sie im neuen Star-Wars-Abenteuer!

von GAMES.CH 20.04.2017

Star-Wars-Fans stehen inmitten eines goldenen Zeitalters: Disney produziert jedes Jahr einen neuen Film und Gamer können sich auf eine Flut frischer Titel freuen. Electronic Arts hat auf der Star Wars Celebration das erste brandneue Spiel enthüllt: Star Wars Battlefront 2. Hier erfahren Sie, warum man sich auf den Shooter freuen kann!

Schlachten im Weltraum stehen an der Tagesordnung Schlachten im Weltraum stehen an der Tagesordnung © Games.ch

Wie macht man ein gutes Spiel noch besser?

Eigentlich hätte es sich EA leicht machen und den ersten Teil einfach mit frischem Anstrich und ein paar kleinen Änderungen neu veröffentlichen können – schliesslich hat sich das 2015 veröffentlichte Game mehr als 14 Millionen Mal verkauft. Doch der Publisher hat dem Anschein nach trotzdem sehr aufmerksam auf den Tadel der Fans gehört, denn die Aufzählung der neuen Features trifft die massgeblichen Kritikpunkte – der Hersteller betreibt hier offenbar lupenreinen Fanservice.

Ebenso auf verschiedenen Planeten Ebenso auf verschiedenen Planeten © Games.ch

Schauen wir uns die wichtigsten Neuerungen einmal genauer an:

Da wäre zum Beispiel die Einführung eines vollwertigen Einzelspielermodus zu nennen – es ist wohl die bedeutende Änderung im Vergleich zu Teil 1. Endlich können sich Star-Wars-Fans auf ein neues Abenteuer freuen. Gleichzeitig mit dieser Ankündigung wurde bestätigt, dass der Story-Modus eine durchgehende Handlung haben wird. Fans müssen also keinen Flickenteppich verschiedener Versatzstücke wie in Battlefield 1 befürchten. Das mag auch daran liegen, dass gar nicht die schwedischen Entwickler von Dice für diesen Abschnitt des Spiels verantwortlich zeichnen, sondern das von Jade Raymond (früher Ubisoft) geleitete Team der Motive Studios. Das lässt aber nicht nur aufgrund des grossen Namens darauf hoffen, einen fundierten und spannenden Plot zu erleben, auch die bereits enthüllten Story-Elemente klingen vielversprechend.

Die Protagonistin Die Protagonistin © Games.ch

Nieder mit der Rebellion!

Im Mittelpunkt der Geschichte steht nämlich keiner der üblichen Star-Wars-Helden, sondern ein kompletter Neuling: Iden Versio. Als Commander der imperialen Spezialeinheit Inferno Squad erlebt sie die Zerstörung des zweiten Todessterns live mit. Es ist gleichzeitig das Ende des Imperiums und des Imperators und stellt binnen kurzer Zeit ihre Welt auf den Kopf. Niemals hätte sie für möglich gehalten, dass den Rebellen so ein Husarenstück abermals gelingt. Es ist eine mutige Entscheidung der Motive Studios, denn diese Zeit des stellaren Konflikts in Star Wars (was Videogames betrifft) ist bislang kaum behandelt worden. Was geschah in den 30 Jahren zwischen dem Ende von Die Rückkehr der Jedi Ritter und Das Erwachen der Macht? Genau das wird in Battlefront 2 ausgiebig beleuchtet, aber eben auch aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Aus dem Blickwinkel einer imperialen Elitesoldatin, die auf dem neu eingeführten Planeten Vardos aufgewachsen ist und dort von Kindesbeinen an von ihrem Vater – einem ranghohen Offizier – auf ihre Karriere getrimmt wurde. In ihrer Heimat ist Iden ein Idol der Jugend, die ihren Flugkünsten nacheifern will. Für die Allianz hingegen ist sie ein Todfeind. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich ihre Geschichte, in der sie auch auf Luke Skywalker trifft (und den Spieler in mindestens einer Mission zocken dürfen) im Laufe der Handlung entwickeln wird.

Die Stormtrooper sind die Fusssoldaten des Imperiums Die Stormtrooper sind die Fusssoldaten des Imperiums © Games.ch

Iden ist offenbar keine Machtbegabte (aber da sollte man sich noch nicht zu sicher sein, wie man aus den Filmen weiss ...), dennoch ist sie eine extrem gefährliche Kämpferin. Zum einen liegt das an ihrer Ausbildung, ausserdem hat sie als Mitglied der Spezialeinheit Zugriff auf die neusten technischen Gadgets und Waffen des Imperiums. Teil ihrer Ausrüstung ist eine hoch entwickelte Kampfdrohne, die sich bei Bedarf aus ihrer Rückenpanzerung löst und Gegner mit Stromstössen traktiert. Sie kann aber auch verdeckt vorgehen und feindliche Einrichtungen infiltrieren und sabotieren oder kurzerhand in einen Tie Fighter steigen und alles kurz und klein schiessen. Laut den Entwicklern steht bei der Charakterisierung im Fokus, woher für eine imperiale Anhängerin die Motivation fürs Weitermachen kommt, nachdem das Imperium besiegt erscheint, und wo sie ihre Wurzeln hat.

Luuuuke ... ich bin dein Vater! Luuuuke ... ich bin dein Vater! © Games.ch

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Helden für alle und Fazit

Helden für alle

Die zweite Säule von Battlefront 2 liegt natürlich im Mehrspielermodus, aber auch hier werkelt Dice nicht mehr allein vor sich hin, sondern hat sich Verstärkung von Criterion geholt. Das Studio kümmert sich in erster Linie um die Fahrzeuggefechte und soll diese mit mehr Leben und Anspruch füllen, als das im ersten Teil der Fall war – dort gab es schliesslich nur einige eher oberflächlich integrierte Fliegerscharmützel. Das dürfte sich in der Fortsetzung ändern, zumal jetzt auch die Schlachten im All deutlich ausgebaut werden sollen. Was aber noch interessanter ist: Äquivalent zu den Figuren, die nun eine richtige Karriere durchlaufen, im Level aufsteigen und neue Fertigkeiten erhalten, werden auch alle Gefährte eine Entwicklung durchmachen und mit neuen Gadgets und Ausrüstungsgegenständen ausgestattet werden können. Hoffentlich führt das zu einer Diversifizierung der Vehikel, denn bislang spielen sich in Battlefront alle Fahrzeuge sehr ähnlich und ohne grossen Anspruch. In diesem Bereich darf man also einen spürbaren spielerischen Fortschritt erwarten.

Das Laserschwert wird auch hier eine entscheidende Rolle spielen Das Laserschwert wird auch hier eine entscheidende Rolle spielen © Games.ch

Das gilt insgesamt für den Mehrspielermodus, was besonders die Entwicklung der Spielfiguren und Helden betrifft. Denn im Gegensatz zum Vorgänger soll es diesmal eine vollwertige Karriere geben, in der sich etliche Ausrüstungsteile und Waffen freischalten lassen und daraus eine hohe Motivation über längere Zeit resultieren. Ausserdem werden Spieler auch im Multiplayermodus über einen Droiden verfügen, der mit neuen Fähigkeiten ausgerüstet werden kann. Ob es darüber hinaus verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Talenten geben wird, ist bislang aber unbekannt. Ein ähnliches Prinzip gilt übrigens für Heldenfiguren wie Darth Maul, Yoda oder Luke Skywalker, die man jetzt ebenfalls auflevelt und dem eigenen Spielstil anpasst. Ihre Präsenz auf den Schlachtfeldern will Dice weiter erhöhen, das heisst, sie sollen von mehr Spielern öfter aktiviert werden können und leichter zugänglich sein. Deshalb verabschiedet man sich von den bisherigen Pick-ups, die häufig für Gelegenheitsspieler unerreichbar sind, weil erfahrenere Gamer sich die begehrten Heldenplätze oder Vehikel (Kampfflieger oder Kampfläufer) wegschnappen. Ersetzt wird dies durch ein bislang nicht näher erklärtes Ressourcensystem, mit dem man sich Helden und Fahrzeuge innerhalb eines Matches erspielen können soll. Vermutlich wird es auf einer Art Freischaltungsmechanik basieren, die erfolgreiche Aktionen auf dem Schlachtfeld mit Energie oder etwas Ähnlichem belohnt.

Der X-Wing steht auch im Einsatz Der X-Wing steht auch im Einsatz © Games.ch

Fazit

Unterm Strich können die ersten Eindrücke von Star Wars Battlefront 2 nur als überaus positiv beschrieben werden: Dice, Criterion und Motive Studios bilden ein Triumvirat, das offenbar konsequent die Schwächen des schon guten ersten Teils ausmerzen will und damit gleichzeitig viele Gamer-Wünsche erfüllt: Speziell die Einzelspielerkampagne und die Charakterprogression im Mehrspielermodus sowie verbesserte Fahrzeuggefechte dürften die Qualität des Spiels deutlich aufwerten. Man sollte mit vorschnellen Hypes vorsichtig sein, aber dieses Game sollten Sie unbedingt im Auge behalten!